Reichtum beginnt für viele ab 500.000 Euro

Die Gewerkschaft GPA fordert eine progressive Vermögenssteuer sowie Abgaben auf Erbschaften zur Finanzierung u. a. der Pflege.

Erbschafts- und Vermögenssteuern sind in den türkis-grünen Regierungsplänen nicht vorgesehen.
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Wien –Die türkis-grüne Regierung hat bereits Details zur geplanten Steuerreform vorgelegt. Erbschafts- und Vermögenssteuern sind in den Regierungsplänen nicht zu finden – werden jedoch von der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) massiv gefordert. Zum Kampagnenstart hat GPA-Chefin Barbara Teiber vom IFES-Institut abfragen lassen, wie die Bevölkerung dazu steht. Vom Ergebnis sieht sich Teiber bestätigt: Bei den Zukunftssorgen rangiert die Schere zwischen Arm und Reich gleich hinter der Klimakrise an zweiter Stelle. Dahinter folgen Einsparungen im Gesundheitssystem, hohe Lebenshaltungskosten und steigende Arbeitslosigkeit.

Eine Million Euro ist laut der IFES-Umfrage (1000 telefonisch und online Befragte) jener Wert, ab dem für ein Viertel der Österreicher Reichtum beginnt. Ein knappes Viertel hält auch schon Personen mit einem Vermögen von bis zu 500.000 Euro für reich. Für 14 Prozent beginnt Reichtum dagegen erst ab fünf Millionen Euro. Mehr Einigkeit herrscht bei der Frage, wie man zu einem großen Vermögen kommen kann: 74 Prozent nennen Erbschaften, nur 18 Prozent glauben an den Erfolg von „harter Arbeit“ (der Rest machte keine Angabe).

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Die GPA tritt schon länger für Steuern auf Erbschaften und Vermögen ab einer Million Euro ein. Nun will die Gewerkschaft weiter dafür werben. Für die Werbespots müssen zwei Klischee-Milliardäre – René und Fiona – herhalten, wobei allfällige Namensgleichheiten mit tatsächlich existierenden Personen angeblich rein zufällig seien. „Ziehen wir René bis auf die Unterhose aus, wenn wir ihm ein Prozent Millionärssteuer nehmen?“, lautet die rhetorische Frage.

Die Antwort laut Teiber: „Die Superreichen können sich entspannen – mit einem moderaten Steuersatz von einem Prozent müssten sie ihren Lebenswandel nicht einschränken.“ Und 95 Prozent der Bevölkerung wären von der geforderten Erbschafts- und Vermögenssteuer ohnehin nicht betroffen, weil man erst ab einer Freigrenze von einer Million Euro ansetze.

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Die von der GPA geforderte progressive Vermögenssteuer (0,5 Prozent ab einer Million, 1,0 Prozent ab zwei Millionen und 1,5 Prozent ab drei Millionen) würde laut Teiber 4,5 Mrd. Euro bringen, dazu 500 Mio. Euro durch eine Erbschaftssteuer. Finanzieren würde sie damit Pflege, Kinderbetreuung und Klimaschutz: „Eine Millionärssteuer wäre auch die gerechteste Ökosteuer.“ (APA, TT)


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