Abfackelung der Donau Chemie: Landeck rätselt über Luftbelastung

Aus diesem Kamin im Werksgelände der Landecker Donau Chemie steigt derzeit ständig Rauch auf. Die Werksleitung war gestern trotz mehrfacher TT-Anfrage nicht erreichbar.
© Wenzel

Landeck – „Das ist wie bei der Seveso-Affäre“, sagen die Einheimischen dieser Tage mit Blickrichtung in die Landecker Donau Chemie. Zur Erinnerung: Nachdem der Tiroler Landtag 2014 das so genannte „Seveso-III-Anpassungsgesetz“ beschlossen hatte, musste die Donau Chemie kräftig investieren, um die Auflagen zu erfüllen. Eine Bürgerinitiative machte Druck, auch der Landeshauptmann intervenierte. Die Stadt verhängte Bauverbote, Grundstücksbesitzer befürchteten Wertverluste.

Seit diesem Montag fackelt die Donau Chemie überschüssige Gase ab – im Zuge von dreiwöchigen Wartungsarbeiten. „Der Fackelbetrieb und die gut sichtbare flackernde Flamme dauern solange, bis die betroffene Anlage wieder in den Normalbetrieb genommen werden kann“, heißt es in einem Flugblatt des Unternehmens, das vor wenigen Tagen in den Postkästen der Landecker landete. Bei Temperaturen von mindestens 850 ° C werde das überschüssige Gas vollständig verbrannt, gefährliche Rückstände würden ausgeschlossen.

Trotz der Flugblatt-Information bleibt die Abfackelung der Donau Chemie in Landeck unter kritischer Beobachtung. Auch in der Linz Textil, ebenfalls traditionsreicher Industriebetrieb, sieht die Werksleitung gespannt auf die Luftqualität, wie Werksleiter Christian Ascher gestern bestätigte. Selbst geringste Schadstoff- und Staubbelastungen würden sich negativ auf die hochempfindlichen Spinnereimaschinen auswirken. Beim Land, Fachbereich Luftgüte, räumte man gestern ein, dass die Messstationen im Umfeld der Donau Chemie nicht mehr in Betrieb seien. (hwe)

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