Sechs Gemeinden arbeiten an gemeinsamem Bauamt

Ein Bauamt für sechs Gemeinden, nach Vorarlberger Vorbild, wird auch vom Planungsverband Inntal – Mieminger Plateau angestrebt.

Auch in Tirol könnten Baugenehmigungen durch ein fix besetztes Bauamt ausgestellt werden.
© Parth

Von Thomas Parth

Stams –Im Planungsverband (PV) Nr. 11 „Inntal – Mieminger Plateau“ wird laut darüber nachgedacht, die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden zu verbessern. Konkret schwebt dem Stamser Bürgermeister und PV-Obmann Franz Gallop vor, die Bauämter „virtuell zusammenzulegen“. Um sich von einer derart gelebten Zusammenarbeit ein Bild zu machen, waren Vertreter der sechs Gemeinden Silz, Stams, Mötz plus Wildermieming, Mieming und Obsteig zur Exkursion geladen.

In Vorarlberg, genauer gesagt in der Gemeinde Sulz, bekamen die Tiroler Gemeindechefs Einblicke, wie ein derartiges Konzept funktionieren kann. „Seit einiger Zeit beschäftigen wir uns damit, eine Professionalisierung zum Wohle aller herbeizuführen“, gibt PV-Obmann Gallop preis. „In Vorarlberg funktioniert das in einem Bauamt, das sich auf die Ausarbeitung von Baugenehmigungen für Neubauten spezialisiert hat. In Sulz ist man für zwölf Gemeinden und 32.000 Bürger zuständig, sogar die Großgemeinde Rankweil mit 12.000 Einwohnern lässt hier die Bescheide von zwei fix angestellten Mitarbeitern ausarbeiten.“

Finanziert wird dieses verbandsinterne Bauamt von den Gemeinden mittels eines Verteilungsschlüssels, welcher sich an der Bevölkerungszahl orientiert. „Das bringt, speziell für kleinere Gemeinden, die keinen eigenen Bauamtsleiter haben, Vorteile. Experten befassen sich mit den Ansuchen, während der Urlaubszeiten bleibt kein Akt liegen, und den Bürgern bleibt nach wie vor die eigene Gemeinde als Anlaufstelle erhalten“, zeigt BM Helmut Dablander aus Silz auf. Die Bürgermeister wären weiterhin als Bauinstanz zuständig, müssten in Problemfällen aber nicht auf externe Experten zurückgreifen. Diese hätte man dann sozusagen „im Hause“ des Planungsverbandes.

Der Idee kann auch BM Franz Dengg aus Mieming einiges abgewinnen: „Für die Bürger verändert sich vordergründig nichts und im Hintergrund kann die Verwaltung die Fälle professionell abarbeiten. Die Servicequalität für die Bauwerber würde steigen, da man die Sachverständigen oder Juristen umgehend zu Rate ziehen kann.“ Ende Jänner waren die Obleute der Tiroler Planungsverbände nach Innsbruck ins Landhaus geladen, als LR Johannes Tratter weitere Anreize für eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden in Aussicht stellte (die TT berichtete). „Auch die Startphase des Vorarlberger Modells war sehr gut gefördert“, weiß Verbandsobmann Gallop. „Dort hat man den Versuch eines gemeinsamen Bauamtes mit neun Gemeinden begonnen. Die anderen Orte haben sich angeschaut, wie es funktioniert, und sind dann ebenfalls rasch beigetreten“, kann sich Gallop eine „Koalition der Willigen“ vorstellen, um das „Rad anzuwerfen“.

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Das Modell muss verträglich, also über anstehende Pensionierungen und entsprechende Nachbesetzungen vonstattengehen. Die Standortfrage müssen die Dorfchefs noch klären. „Wir bleiben dran“, verspricht Gallop.


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