Rotwild-Gemetzel in Kaisers: Land Tirol und Jäger nähern sich an

Die Jagd im Netz nach dem Gatterschützen von Kaisers hat Folgen. Das Landeskriminalamt sucht den Scharfmacher.

33 Stück Rotwild wurden erlegt.
© Gemeinde Kaisers

Kaisers, Innsbruck – Nachdem, wie berichtet, im Internet ein mit Fotos unterlegter Aufruf gestartet wurde, die Identität jenes Schützen zu lüften, der im Reduktionsgatter in Kaisers 33 Stück Rotwild erlegt hatte, ermittelt nun auch das Landeskriminalamt. Aber nicht gegen den Schützen, sondern gegen allfällige Scharfmacher im Netz. Das Landeskriminalamt (LKA) hat dem Tiroler Jäger, sollte er gefunden werden, ein paar Fragen zu stellen. „Nämlich welche Ziele er mit seinem Aufruf verfolgt hat“, erklärt Peter Leismüller vom LKA Tirol. „In Zeiten von Hasspostings interessiert es uns natürlich, wenn in einer aufgeheizten Situation ‚Jagd‘ auf eine Person gemacht wird. Für uns ist in diesem Zusammenhang nun auch wichtig, ob sogar der Schütze selbst geschützt werden muss.“

Land Tirol und Tiroler Jägerverband haben sich indes darauf geeinigt, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, um einen Maßnahmenkatalog zur Bekämpfung von Tbc auszuarbeiten. „Das Ergebnis der Erstuntersuchung mit fünf an Tbc erkrankten Wildtieren zeigt, dass eine Seuchenbekämpfung notwendig ist. Die Methoden, die am vergangenen Sonntag angewendet wurden, sind aber nicht mehr zeitgemäß und abzulehnen. Daher werden wir gemeinsam mit der Tiroler Jägerschaft alternative Möglichkeiten analysieren“, stellt dazu LHStv. Josef Geisler fest. Ziel sei es, tierschutz- und waidgerecht vorzugehen. Im Idealfall schaffe man dies im Rahmen der herkömmlichen jagdlichen Möglichkeiten.

Für den Tiroler Landesjägermeister Anton Larcher ist ebenfalls klar, dass an einer wirksamen Seuchenbekämpfung nicht zu rütteln ist: „Wir haben in den letzten Jahren unseren Anteil geleistet und uns redlich bemüht, den behördlichen Anforderungen nachzukommen. Dennoch stehen wir dazu, dass diese Aktion in Kaisers für uns auf das Schärfste zu verurteilen ist und die Vertrauensbasis zu den handelnden Behördenvertretern schwer erschüttert ist.“ Zugleich würden die Jäger auch den Willen der politisch Zuständigen erkennen, solche Aktionen nie mehr wieder stattfinden zu lassen.

Im Hintergrund soll vor allem Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) eine „Deeskalierung“ gefordert haben. Vor allem die massive Kritik an den Landesbeamten wollte Platter so nicht hinnehmen. Nächste Woche wird es auch eine Aussprache zwischen Geisler und Larcher geben, ihr Verhältnis ist seit der Jagdgesetznovelle und wegen der Abschussquoten belastet.

TT-ePaper gratis testen und 2 VIP-Tickets für das Electric Love Festival gewinnen

Electric Love Festival

Die Sache nicht auf sich beruhen lassen will FPÖ-Landesparteiobmann Markus Abwerz­ger. „Jetzt erklärt Geisler, wie gefährlich das Rotwild und Tbc für die Menschen seien. Unglaublich, denn es liegt noch keine entsprechende Studie vor, die eine Übertragung beweist.“ Diese müsse endlich auf den Tisch gelegt werden. (hm, pn)

📽 Video | Landesjägermeister Anton Larcher im TT-Studio


Kommentieren


Schlagworte