Frühjahrsauftakt bei Rapid: Wattens braucht das „Major“-Gen

Auf die WSG Tirol mit Debütant Simon Beccari und den Heimkehrern Stefan Maierhofer und Thanos Petsos wartet morgen (17 Uhr) bei Rapid ein besonderes Spiel.

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Den Mythos Rapid Wien lernte Stefan Maierhofer nicht nur bei der Meisterfeier 2008 kennen. Jetzt kehrt der „Major“ im WSG-Dress zurück.
© gepa

Von Alex Gruber

Absam, Wattens – Es ist verdammt lange her, dass WSG-Stammkeeper Ferdinand Oswald beim elf gegen elf im Training im Tor der „Reservistentruppe“ stand. Gestern am Absamer Kunstrasen war es nach der ausgesprochenen Sperre fürs Rapid-Spiel so weit, dass eben Simon Beccari bei der „Einsergarnitur“ dichtmachen durfte. Und als der 21-jährige Südtiroler dann beim Flankentraining einen Toplitsch-Kopfball über die Latte drehte, gab es von den Kollegen Applaus.

„Seit Montag haben wir gewusst, dass was sein kann, und wurde ich schon von den Kollegen gepusht“, stellte sich Beccari dem Gespräch, ehe er morgen im Hexenkessel Allianz Stadion beim Abschied von Rapid-Stimme Andy Marek seine feurige Oberhaus-Premiere feiert: „Mein Bundesliga-Debüt kommt unerwartet. Ich freue mich, bin natürlich auch ein bisschen nervös. Vor 25.000 habe ich noch nie gespielt, vor 5000 auch nicht“, sagte die etatmäßige Nummer drei der WSG. Weil Pascal Grünwald weiter verletzt ist, tut sich auch beim Ersatzgoalie fürs Rapid-Spiel eine durchaus interessante Personalie auf: Der 34-jährige Kärntner Harald Wogrin, der via Absam bei der WSG landete, soll dem Sportmanagement-Studenten Beccari den Rücken stärken.

„Vertrauen schenken, stärken, fertig“, notiert WSG-Coach Thommy Silberberger bei einem Blick in den eigenen Kasten: „Die Chancen sind in die andere Richtung gestiegen. Unser Vertrauen hat Simon und was kommt, das kommt“, stellt „Silbi“ klar, der wie Manager Stefan Köck darauf setzt, dass sich das Verantwortungsbewusstsein der Vorderleute und Führungsspieler vor dem Youngster im Tor weiter erhöht.

Mit Stefan Maierhofer (37) und Thanos Petsos (28) werden morgen zwei in der WSG-Startelf auflaufen, die bei Rapid die vermutlich beste Zeit ihres Fußballer-Lebens verbracht haben. Der „Major“ wurde mit Rapid 2008 Meister, eine etwaige Stimmung gegen ihn prallt am Zwei-Meter-Hünen ohnehin ab. Das stachelt die Speerspitze eher auf. Das WSG-Kollektiv braucht das „Major“-Gen.

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Über das Strafmaß gegen Oswald wollte sich gestern bei der WSG keiner mehr äußern. Dafür meldete sich Michael Eisner seitens der Bundesliga zu Wort, dass gleiches Recht für alle gelte: „Bei der Urteilsfindung spielt es definitiv keine Rolle, bei welchem Club der jeweilige Spieler agiert.“ Eisner erinnerte daran, dass Austria-Angreifer Larry Kayode 2016 für eine „Mittelfinger“-Geste ebenfalls ein Spiel lang gesperrt wurde.


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