Sturm startete mit „mega-enttäuschendem Nachmittag“

Eine konstante Frühjahrssaison und Rang drei in der Fußball-Bundesliga hat Geschäftsführer Günter Kreissl als Ziel von Sturm Graz ausgegeben. Der Start ist am Sonntag missglückt. Die Steirer kassierten mit einem 1:2 gegen Mattersburg bereits die fünfte Niederlage im zehnten Heimspiel und müssen im Kampf um die Meisterrunde noch nachlegen. „Ein mega-enttäuschender Nachmittag“, gestand Kreissl.

Sechs Stammspieler musste Nestor El Maestro vorgeben, doch das allein kann den verschlafenen Start nicht erklären und diente auch nur bedingt als Ausrede. „Wir hatten eine sehr neue Aufstellung, wussten aber davon schon die ganze Vorbereitung und haben seit Wochen gezielt darauf hingearbeitet. Unter dem Strich ist uns wenig gelungen. Wir waren ohne großen Plan und ohne Qualität“, sagte der Trainer schonungslos.

Die Grazer fanden in der Anfangsphase kein Mittel gegen die offensive SVM-Flügelzange mit Doppel-Torschütze Andreas Gruber (10., 14.) und seinem kongenialen Vorlagengeber Andreas Kuen. Eine Hypothek, die die „Blackys“ nicht mehr wettmachen konnten und nach dem Cup-Aus gegen den LASK daher auch das zweite Pflichtspiel 2020 verloren. „Ein Start mit zwei Niederlagen, da wird es ungemütlich werden. Der Druck wird steigen, wir müssen aber Nerven bewahren, auch wenn solche Niederlagen an den Nerven von uns allen zerren“, sprach Kreissl die ungemütliche Lage an.

Ein Sieg am kommenden Samstag gegen die Admira würde den Druck wieder abbauen. Bei einer Niederlage droht am 1. März ein kleines „Finale“ gegen die sechs Punkte zurückliegende Austria um einen Platz in der Meisterrunde. El Maestro ist überzeugt, dass es dazu aber nicht kommen wird. „Ich bin optimistisch, weil wir eine gefestigte Truppe sind und schon demnächst wieder gewinnen werden, schon am nächsten Wochenende. Es war in Linz kein schlechtes Spiel von uns, wir hatten heute eine stark veränderte Mannschaft, am nächsten Wochenende wird wieder eine andere Elf am Platz stehen und wir haben uns noch nie nach Niederlagen hängen gelassen“, zählte El Maestro Punkte auf, die ihn zuversichtlich stimmen.

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Die Mattersburger schöpften schon jetzt Zuversicht. Die Burgenländer waren die einzigen Sieger aus der unteren Tabellenhälfte. „Das war ein ganz wichtiges Spiel für uns und ein ganz wichtiger Sieg. Uns erwarten noch 13 ganz harte Wochen, wir haben aber in Graz die Richtung vorgegeben“, erklärte SVM-Trainer Franz Ponweiser. Zufrieden konnte er auch mit seiner neu formierten Defensive um den neuen Abwehrchef Jano sein, die den Sturm-Angriffen im Finish stand hielt. „Ich bin stolz auf die Mannschaft, auch wie sie in der zweiten Halbzeit mit der Wucht der Grazer umgegangen ist. Im Herbst hätten wir ein solches Spiel noch klar verloren“, meinte Ponweiser.

Einzig die neuerliche Verletzung von Matchwinner Gruber trübte die Freude. Der beste Club-Torschütze (9 Tore) musste in seinem ersten Spiel nach langer Verletzungspause in der 29. Minute neuerlich verletzt vom Feld. Nach ersten Untersuchungen schien die Verletzung aber nicht so gravierend zu sein. „Ich hoffe, dass die Bänder okay sind. Es waren schon vorher einige Fouls an mir, da hätte man vielleicht schon vorher eingreifen können“, sagte Gruber, der sich bei seinem Zimmerpartner Kuen für zwei perfekte Vorlagen bedankte.

Mattersburg überholte dank des zweiten vollen Erfolgs in den jüngsten zehn Runden die beiden Niederösterreich-Clubs St. Pölten und Admira, die sich im Derby 2:2 trennten. Die Gastgeber aus der Landeshauptstadt verspielten dabei eine 2:0-Führung, der Admira gelang in der 91. Minute der Ausgleich. „Wir haben uns nach dem 2:0 zu passiv verhalten und zu verängstigt gespielt. Es fühlt sich heute natürlich wie eine Niederlage an“, ärgerte sich Dominik Hofbauer.


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