Raffaels Wandteppiche in Sixtinischer Kapelle ausgestellt

500 Jahre nach ihrer Entstehung kehren die von Raffael (1483-1520) entworfenen Wandteppiche für die Sixtinische Kapelle an jenen Ort zurück, an dem sie nach ihrer Entstehung ausgestellt worden waren. Dabei handelt es sich um zehn Wandteppiche mit Szenen aus den Apostelakten, die Raffael auf Karton entworfen hatte.

Angesichts der Feierlichkeiten für den 500. Todestags des Renaissance-Genies stellen die Vatikanischen Museen von Montag bis zum kommenden Sonntag die Wandteppiche aus. Jeder von ihnen ist 30 Quadratmeter groß und wiegt circa 60 Kilo.

1515 hatte Papst Leo X. seinen Hofkünstler Raffael beauftragt, großformatige Entwurfszeichnungen für die Wandteppiche der Sixtinischen Kapelle anzufertigen. Diese Tapisserien sollten unter den umlaufenden Wandfresken aufgehängt werden. Raffael bereitete die in Tempera auf Papier gemalten Vorlagen in zahllosen Zeichnungen vor. Leo X. ordnete an, dass die Wollteppiche, die nur zu besonderen Anlässen angebracht werden durften, von Seiden-, Silber- und Goldfäden durchwirkt sein sollten. Mit der Ausführung der Webarbeiten wurden flämische Werkstätten beauftragt, die die komplizierte Herstellungstechnik beherrschten.

Heute befinden sich die Wandteppiche in der Vatikanischen Pinakothek. Von den Originalkartons für die Teppiche sind noch sieben erhalten. „Die Ausstellung der Wandteppiche in der Sixtinischen Kapelle ist ein außerordentliches Ereignis. Zuletzt waren alle Wandteppiche Ende des 16. Jahrhunderts in der Sixtinischen Kapelle gezeigt worden“, berichtete die Direktorin der Vatikanischen Museen, Barbara Jatta.

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In mehreren Städten Italiens wird Raffael zum 500. Todestag 2020 als Star seiner Kunstepoche gewürdigt. Raffaello Sanzio da Urbino, kurz Raffael, war am 6. April 1520 in Rom gestorben. Die Stadt Rom ehrt Raffael ab 5. März mit einer großen Ausstellung in den Scuderien des Quirinalspalasts, die bis 2. Juni 2020 läuft.


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