Streit darüber, wie Wohnen billiger wird

Innsbruck – Damit gemeinnützige Wohnbauträger überhaupt noch einen Grund zu kaufen bekommen, hat ÖVP-Landesrätin Beate Palfrader die anrechenbaren Grundkosten erhöhen lassen. Wie berichtet, sieht die Liste Fritz die Gefahr, dass höhere Grundkosten höhere Mieten zur Folge haben.

Das lässt ÖVP-Wohnbausprecher und Fügens Bürgermeister, Dominik Mainusch, nicht gelten. Sint habe sich in seinem Rechenbeispiel verrechnet. Für eine 70-Quadratmeter-Wohnung in Götzens bringe die Neuerung 100 Euro Ersparnis und keine Mehrkosten. Mainusch rechnet die Erhöhung bei den anrechenbaren Grundkosten mit der Erhöhung der Wohnbauförderung gegen.

Luft nach oben sieht er, so wie die gemeinnützigen Wohnbauträger auch, bei der Vertragsraumordnung. „Die Ausweisung von Vorbehaltsflächen, die von den Gemeinden jetzt nicht mehr freiwillig, sondern verpflichtend vorzunehmen ist, und die Erhöhung der anrechenbaren Grundkosten sind ein wichtiger Eckpfeiler im Kampf gegen die steigenden Preise.“

Rückenwind für die Kritik der Liste Fritz kommt von der SPÖ. „Die Anpassung der anrechenbaren Grundkosten für den gemeinnützigen Wohnbau ist reine Symptombekämpfung und verlagert das Problem, statt es zu lösen“, sagt Elisabeth Blanik, Wohnbausprecherin und Lienzer Bürgermeisterin. „Was wir in Tirol brauchen, sind Vorbehaltsflächen für die Gemeinnützigen in den Gemeinden und eine Baulandmobilisierungs-Initiative.“ Das gelte auch für den Ballungsraum Innsbruck, wie SPÖ-Stadtparteivorsitzender und Gemeinderat Benjamin Plach betont: „In Innsbruck und Umgebung wird die Anhebung keinerlei Auswirkungen haben, weil die Grundstückspreise schlichtweg viel zu weit von den förderbaren Kosten entfernt sind.“ Eine Einschätzung, die auch die Vertreter der gemeinnützigen Wohnbauträger teilen. (aheu)

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