Förderung für Öko-Kunstrasen kommt in Tirol gut an

Der Bau von Sportplätzen, die mit Granulat befüllt sind, wird seit rund einem Jahr nicht mehr bezuschusst. Das Land steht zu der Entscheidung.

Innsbruck – Vor knapp einem Jahr hat die Tiroler Landesregierung die Förderrichtlinien für den Bau von Kunstrasenplätzen überarbeitet. Sportstätten, die mit Gummigranulat befüllt sind, werden, im Sinne des Umweltschutzes, seither nicht mehr bezuschusst. Die Unterstützung für ökologisch verträglichere Anlagen wurde hingegen angehoben.

Eine positive Bilanz zieht der zuständige Landesrat für Sport, Josef Geisler (ÖVP). Die Anzahl der Förderfälle in den vergangenen Monaten zeige, dass die Umstellung von den Gemeinden „sehr gut angenommen wird und auch dort ein starkes Bewusstsein für eine gesunde Umwelt vorhanden ist“. Sechs Anträge seien seit der Umstellung der Richtlinien eingereicht und bewilligt worden, heißt es auf Anfrage der TT aus dem Büro des Sportlandesrates. Dies liege im Schnitt der letzten Jahre. Für die Aufstockung des Fördersatzes von 15 Prozent auf bis zu 25 Prozent der Baukosten für den Kunstrasenplatz seien jährlich 500.000 Euro zusätzlich veranschlagt. Warum hatte sich die Landesregierung zu diesem Schritt entschlossen? „Kunstrasenplätze bilden eine wichtige Ergänzung im Trainingsbetrieb von Sportvereinen“, sagt Geisler. „Jedoch gelangt das Gummigranulat von Kunstrasenplätzen häufig in Böden und Gewässer, was wiederum eine große Belastung für Natur und Umwelt darstellt. Durch die Umstellung gelang es, das Bewusstsein für die Problematik zu stärken.“

In Österreich nahm Tirol mit dieser Entscheidung eine Vorreiterrolle ein. Eine bundesweite Regelung bezüglich einer Einschränkung von mit Gummigranulat befüllten Kunstrasenplätzen steht noch aus. Wie aus einer kürzlich vom Umweltministerium beantworteten parlamentarischen Anfrage hervorgeht, soll eine Prüfung der Europäischen Union zu dem Thema abgewartet werden. Erst dann sollen weitere Schritte diskutiert werden. (bfk)

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