10 Jahre danach: Hang in Leisach ist jetzt rutschsicher

Am 20. Februar 2010 rutschen von einem steilen Hang in Leisach Tonnen von Erde, Gestein und Bäumen in die Drau und über die Bundesstraße. Heute ist der Hang zwar sicher, aber immer noch kahl.

Der Hang bei Leisach kurz nach dem Erdrutsch 2010.
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Von Catharina Oblasser

Leisach – Es waren dramatische Nachtstunden: Am 20. Februar 2010 gegen zwei Uhr Früh brachen in Leisach Erdmassen eines Hangs los und rutschten zu Tal – genauer gesagt in die Drau, die daraufhin über die Ufer trat. Geröll, Holz, Erde und Steine überschütteten nicht nur den Radweg und den Fluss, sondern auch die Drautalbundesstraße. Bis zum Bahndamm auf der anderen Seite der B100 reichte die Verheerung. Glück im Unglück: Aufgrund der späten Stunde waren in diesem Bereich keine Autofahrer unterwegs, verletzt wurde niemand.

Heute, zehn Jahre später, erinnert der Hang nach wie vor an das Ereignis im Jahr 2010. Zwar ist hier und da neuer Bewuchs zu sehen, aber im Großen und Ganzen dominiert das Erdreich. „Der Hang besteht aus Dolomitenschutt“, erklärt Harald Haider, Leiter des Baubezirksamtes Lienz. „Es gibt keine Humusschicht. Bis da etwas wächst, wird es dauern.“ Schon bald nach der Rutschung wurden genügsame Pflanzen wie zum Beispiel Föhren gesetzt, doch bis diese sich entwickeln, müsse man Geduld haben, meint Haider. Man überlasse es der Natur und der Zeit.

Der Hang heute: Trotz der Aufforstungsversuche hat sich am kahlen Anblick nicht viel verändert, nur der Radweg ist neu.
© Oblasser

Sicher ist laut dem Leiter des Baubezirksamtes jedoch eines: Eine neuerliche Rutschung an dieser Stelle wird es nicht geben. „Das Ereignis im Jahr 2010 war die Folge einer jahrtausendelangen Eintiefung der Drau, weshalb der Hang darüber immer steiler geworden ist“, erklärt Haider. Nun, da das Erdreich weg sei – zum Teil durch die Rutschung von 2010, zum Teil durch das Abtragen von Material oberhalb der Abbruchstelle kurz danach –, sei der Prozess abgeschlossen. Damals wurden Messsonden in der Erde verankert, um zu überprüfen, ob sich der Boden weiterhin bewegt. Das war nicht der Fall. Die Sonden seien zwar noch an Ort und Stelle, müssten aber nicht mehr überprüft werden, sagt Harald Haider.

Über die Bundesstraße, die nach dem Erdrutsch überflutet war, legte das Bauamt mit Hilfe des Bundesheers damals eine Behelfsbrücke. Die zwölf Meter lange Stahlträger-Konstruktion gibt es noch, sie wird im Lager des Baubezirksamtes aufbewahrt. Im Sommer kommt sie zu neuen Ehren, und zwar als Fixbrücke für den Drauradweg von Innichen nach Lienz, im Bereich Margarethenbrücke. Der Radweg muss wieder einmal repariert werden, schuld ist diesmal das Unwetter vom Herbst 2018.

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Weil die B100 überflutet war, wurde 2010 eine Behelfsbrücke darübergelegt. Diese Brücke wartet im Lager des Bauamtes auf den neuen Einsatz.
© Oblasser

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