Willi verteidigt Wettbewerb für alte Kofel-Talstation in Igls

Die alte Kofel-Talstation in Igls hat seit Jahren ausgedient.
© Foto TT/Rudy De Moor

Von Denise Daum

Innsbruck – Der von Bürgermeister Georg Willi ausgerufene Ideenwettbewerb für die Talstation der alten Patscherkofelbahn in Igls sorgt weiter für Wirbel. Auch nach dem Versprechen des Bürgermeisters, dass der Wettbewerb „natürlich auf den bisherigen Arbeiten und den Ergebnissen des Bürgerbeteiligungsprozesses aufbaut“. Ein Nutzungskonzept für das denkmalgeschützte Gebäude (Platz für Vereine, die Jugend und einen Veranstaltungssaal) und das umliegende Gelände (Sportbereich) wurde in einem umfangreichen Bürgerbeteiligungsprozess 2016 und 2017 erarbeitet. Der Wettbewerb soll nun Wege aufzeigen, wie das alles kostensparend realisiert werden könnte. 150.000 Euro sind dafür vorgesehen. Angesichts der Geldknappheit der Stadt müsse genau geschaut werden, „wie man das geplante Programm kostengünstig umsetzen kann“, rechtfertigt Willi den Wettbewerb. Die Umsetzung soll dann „Schritt für Schritt im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten erfolgen“, erklärt Willi und bittet um Verständnis für enge finanzielle Schranken.

Agrar-Obmann Karl Zimmermann verweist auf den bestehenden Vertrag zwischen Agrar Igls und Stadt Innsbruck bezüglich einer vernünftigen Nachnutzung des Gebäudes und der Umgebung. Man habe „ein gewisses Verständnis“ für die Finanzlage und sei ohnehin schon sehr geduldig. Den Ideenwettbewerb hält Zimmermann zwar für „entbehrlich. Aber vielleicht gibt es dann konkrete Zahlen und einen Fahrplan. Das Schlimmste ist der Stillstand. Der Zustand des Gebäudes wird nicht besser“, betont Zimmermann.

Die FPÖ wird in der heutigen Stadtsenatssitzung gegen den Ideenwettbewerb stimmen, wie Klubobmann Markus Lassenberger gestern betonte. „Es kann nicht sein, dass wir davon sprechen, dass Innsbruck einerseits kein Geld mehr hat, und andererseits nun für einen unsinnigen Ideenwettbewerb 150.000 Euro ausgeben soll.“ Überdies habe man im Magistrat „genügend kluge Köpfe sitzen, die die Planung übernehmen können“, so Lassenberger.

Auch ALI-Gemeinderat Mesut Onay lehnt den Wettbewerb ab. „Wenn die für die alte Talstation versprochenen drei Millionen Euro schon der Kostenexplosion zum Opfer gefallen sind, dann ist es jetzt umso wichtiger, mit jedem Cent behutsam umzugehen. Mit den 150.000 Euro könnte die konkrete Umsetzung starten“, betont Onay.

„Seit 2016 ist nichts passiert, die Nachnutzung liegt auf Eis. Bürgermeister Willi soll die 150.000 Euro lieber dafür verwenden, die damals beschlossene Idee für die alte Patscherkofelbahn-Talstation umzusetzen“, erklärt Liste-Fritz-Gemeinderat Thomas Mayer.


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