Forschung und Lehre am Metalldrucker: Lienz klettert in Zukunftsranking nach oben

In Lienz ist Osttirols erster 3D-Pulver-Metalldrucker als Gemeinschaftsprojekt in Betrieb gegangen.

Innos-Geschäftsführer Richard Piock und Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf begutachten den 3D-Metalldrucker in Betrieb.
© Christoph Blassnig

Von Christoph Blassnig

Lienz – Im Zukunftsranking aller österreichischen Bezirke hat der Bezirk Lienz nun einen großen Schritt nach vorn gemacht, nämlich von Platz 68 auf Platz 10. Ausschlaggebend dafür ist ein Gemeinschaftsprojekt der Innos, des Campus Technik mit der Universität Innsbruck, der PHTL Lienz und etlicher Unternehmen: Im Keller der PHTL steht seit Kurzem Osttirols erster 3D-Metalldrucker. Finanziert haben das Gerät das Land Tirol, die Innos, Unternehmen und Sponsoren.

Richard Piock führt ehrenamtlich die Geschäfte der Innos GmbH, die in vielen Bereichen für den Standort Osttirol aktiv ist. Die Finanzierung des Druckers, der hochpräzise Teile mithilfe eines Lasers Schicht für Schicht aus einem Metallpulver erzeugt, gelang durch gemeinsame Anstrengungen. Erst der Vorverkauf von Maschinenstunden-Kontingenten erbrachte schließlich den Rest der Anschaffungskosten von 320.000 Euro. Es können am Standort Lienz ab sofort Metallbauteile mit Ausmaßen von bis zu 30 mal 30 mal 30 Zentimetern gedruckt werden. Derzeit stehen vier Materialien zur Verfügung: Edelstahl, Werkzeugstahl, Aluminium und Titan. Je komplizierter der (innere) Aufbau einer Struktur, umso mehr eignet sich der Metalldruck für deren Herstellung.

Piock rechnet mit einer Abschreibungszeit von nur drei Jahren für den Drucker. „Diese Technik ist relativ neu, die Entwicklung schreitet aber umso schneller voran“, begründet das der Innos-Geschäftsführer. In wenigen Jahren könnte das Gerät deshalb bereits wieder durch ein neues ersetzt werden. Eine mögliche zukünftige Ergänzung zum Drucker wäre ein 3D-Scanner. Damit sind praktisch Kopien von Bauteilen möglich und so die rasche Produktion von Ersatzteilen. Für Unternehmen entfällt durch diese Technik eine teure Lagerhaltung.

Ein 3D-Druck stellt hohe Anforderungen an die Konstruktion der zugrundeliegenden digitalen Modelle. In dieser Anwendung können nun bereits PHTL-Absolventen und Studenten in Lienz praxisnah unterrichtet werden. Für das Land Tirol hat Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf die Inbetriebnahme verfolgt. Sie lobte die Aufbruchsstimmung im Bezirk: „Wir bräuchten überall im Land Leute, die mehr tun, als sie müssten.“


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