Salzburger Domquartier erweist Festspielen seine Reverenz

Das 100-Jahr-Jubiläum der Festspiele nimmt das Domquartier Salzburg zum Anlass, um heuer mit zwei Ausstellungen Brücken zwischen der bildenden und der darstellenden Kunst zu schlagen. Das erklärte Elisabeth Resmann, Geschäftsführerin des Domquartiers Salzburg, am Mittwoch bei einem gemeinsamen Pressegespräch mit dem ressortzuständigen Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP).

„Der Kuss der Musen. Festspiele göttlicher Inspiration“ zeigt ab 20. Februar, wie Themen aus Mythologie, Religion und Geschichte Maler und Festspielkünstler inspiriert haben. Manchmal scheint es, als hätten sich Regisseure, Bühnen- oder Kostümbilder die Darstellungen in den Werken der Residenzgalerie zum Vorbild genommen, manchmal sieht es so aus, als würden die Gegenüberstellungen von ganz anderen Personen oder Szenen handeln. Kuratorin Astrid Ducke präsentiert in der Schau Werke aus dem Sammlungsbestand und stellt ihnen Fotografien, Kostümfigurinen und Bühnenbildentwürfe von Festspielproduktionen aus Vergangenheit und Gegenwart gegenüber. Dazu gibt es einige Hörstationen sowie Videos - beispielsweise Ausschnitte aus der gefeierten „Salome“, die 2018 mit Asmik Grigorian in der Titelrolle Premiere hatte.

Die zweite Ausstellung, die die Verbindung zum Festspieljubiläum sucht, ruft unter dem Titel „Überall Musik!“ den Salzburger Fürstenhof als ein Zentrum europäischer Musiktradition in den Jahren 1587 bis 1807 ins Bewusstsein. „Wir möchten die Festspiele vor den Festspielen beleuchten“, brachte Resmann das Ausstellungsthema auf den Punkt.

Salzburg sei nicht erst seit der Gründung der Salzburger Festspiele eine Stadt der Musik. Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau habe die Basis für ein blühendes Musikleben in Salzburg gelegt. Um die Salzburger Musikgeschichte darzustellen, nützt das Domquartier auch die Prunkräume der Residenz. Für die Ausstellung wurden externe Gestalter beauftragt: Die Wahl fiel auf Virgil Widrich und das Team von Checkpointmedia. Ein umfassendes Rahmenprogramm - geplant ist unter anderem ein Barockfest mit Wandelkonzerten zur Eröffnung am 27. Juni - soll die Ausstellung ergänzen und zu einem sinnlichen Gesamterlebnis machen.

Zufrieden mit der Entwicklung des Domquartiers, das 2019 seinen fünften Geburtstag feierte, zeigte sich Haslauer. Das vergangene Jahr war mit 131.400 Personen das bisher besucherstärkste, es wurde ein Plus von 14 Prozent verzeichnet. Haslauer kündigte weitere Investitionen in den Salzburger Museumsrundgang an. So soll im Residenzhof in Räumlichkeiten, die derzeit noch die Universität nützt, ein Besucherzentrum mit Kassa, Shop und Garderobe entstehen. Außerdem ist geplant, im Kellergewölbe einen Teil der archäologischen Sammlung des Salzburg Museums zu präsentieren. Eine unterirdische Verbindung in die derzeit nur beschränkt zugänglichen Domgrabungen soll auch diesen Bereich für Besucher attraktiver machen. Im Herbst 2021 solle mit dem Bau begonnen werden, die Eröffnung sei 2023 geplant, kündigte Haslauer an. Die Investition wäre überschaubar, konkrete Summen konnte der Politiker noch nicht nennen.

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