Airbus nannte WKStA in Causa Eurofighter Geldempfänger

Im Ringen um Wiedergutmachung für angebliche Malversationen beim Kauf der Eurofighter hat Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) am Mittwoch zum „nationalen Schulterschluss“ aufgerufen. Das Match laute Österreich gegen Airbus, „und Österreich wird dieses Match auch gewinnen.“ Der Hersteller sah das anders, nannte den Behörden erstmals Namen, spielte dies aber herunter.

Jetzt müsse parteiübergreifend zusammengearbeitet und eine Wiedergutmachung mit allen juristischen Mitteln gefordert werden, so die Ministerin. Einen Grund, um die Entscheidung über die künftige Luftraumüberwachung aufzuschieben, sah Tanner vor dem Ministerrat nicht. Ein Vier-Augen-Gespräch mit Airbus komme für sie nicht infrage, denn sie wolle „maximale Transparenz“, um nicht die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen.

Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) sah Maßnahmen auf mehreren Ebenen notwendig: Es brauche ausreichend Mittel für die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA), außerdem müsse parallel dazu eine zivilrechtliche Klage vorbereitet werden. Die dritte Ebene sei die Auseinandersetzung „mit diesem Konzern“.

Das Verhalten des Flugzeugherstellers sei nicht hinnehmbar und müsse international thematisiert werden, so Kogler. Dies könne Airbus „nicht wurscht sein“. Österreich habe ausreichend „Erfahrung und Expertise, das so darzustellen, dass andere potenzielle Käufer wissen, mit wem sie es zu tun haben“, so Kogler drohend. Beispielsweise habe die Schweiz schon Interesse bekundet.

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Airbus versuchte die Hoffnungen nach den kürzlich eingestandenen Zahlungen in Österreich im Ausmaß von 55 Mio. Euro erneut zu dämpfen. Weder habe es sich um Bestechungen im Sinne der US-Gesetze gehandelt, noch habe das dortige Justizministerium diesen Vorwurf erhoben. Immerhin nannte Airbus erstmals Namen, allerdings nur der WKStA. Diese und die einzelnen Zahlungen seien der Staatsanwaltschaft in Wien aber ohnehin „seit Jahren bekannt“.

In der WKStA wollte man all dies nicht kommentieren, aus einer Anfragebeantwortung des Justizministeriums weiß man nun aber immerhin, dass an der jahrelang personell unterversorgten Causa nun vier Staatsanwälte und ein Gruppenleiter arbeiten. Ein Strang der Causa geriet am Mittwoch ins Wanken: Bei einem 1,5-Mio.-Euro-Scheck (angeblich aus Eurofighter-gespeisten Briefkastenfirmen) an die frühere FPÖ/BZÖ-Politikerin Elisabeth Kaufmann-Bruckberger dürfte es sich um eine Fälschung handeln.


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