Tote bei Schießereien in Hanau - Bekennerschreiben gefunden

Bei Schießereien in der hessischen Stadt Hanau sind am Mittwochabend neun Menschen getötet worden. Weitere Menschen wurden verletzt. Donnerstagfrüh teilte die Polizei mit, den mutmaßlichen Täter tot in seiner Wohnung gefunden zu haben. Zudem sei dort eine weitere Leiche entdeckt worden. Auch ein Bekennerschreiben wurde gefunden. Laut „Bild“ nannte der Täter darin rechtsradikale Beweggründe.

Nach Informationen aus Sicherheitskreisen wurde bei den Ermittlungen neben dem Bekennerschreiben auch ein Video gefunden. Beides werde nun ausgewertet, das Motiv sei noch unklar, hieß es Donnerstagfrüh. Die Tageszeitung „Bild“ berichtete, der Täter habe in seinem Schreiben rechtsradikale Beweggründe genannt.

Bei einem der Toten in der Wohnung „dürfte es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um den Täter handeln“, erklärte die Polizei. Hinweise auf mögliche weitere Täter gebe es derzeit nicht. Die Hintergründe der Bluttaten waren weiterhin unklar. Die Ermittlungen zur Identität der Opfer und des mutmaßlichen Täters dauerten an, hieß es von der Polizei.

Die Polizei hatte nach den Schusswaffenvorfällen am Mittwochabend an zwei verschiedenen Orten in Hanau eine Großfahndung eingeleitet. Durch die Schüsse an diesen beiden Tatorten wurden nach neuen Angaben der Polizei insgesamt mindestens neun Menschen getötet. Zudem seien weitere Menschen verletzt worden.

Zuvor hatte die Polizei die Zahl der Toten an den zwei Tatorten vom Abend in Hanau noch mit acht angegeben. Einer der verletzten Menschen verstarb inzwischen, wie ein Polizeisprecher sagte. Inklusive der beiden in der Wohnung gefundenen Leichen stieg die Zahl der Toten damit auf elf.

Medienberichte, wonach die Schüsse in zwei Shisha-Bars abgefeuert worden sein sollen, bestätigte die Polizei weiterhin nicht. Die Schüsse fielen nach ihren Angaben am Heumarkt im Zentrum der Kleinstadt bei Frankfurt am Main sowie in dem Stadtteil Kesselstadt.

Der Hessische Rundfunk (HR) berichtete, zunächst sei eine Shisha-Bar in der Innenstadt angegriffen worden. Danach seien der oder die Täter nach Kesselstadt weitergefahren, wo weitere Menschen in einer Shisha-Bar erschossen worden seien.

Der mutmaßliche Täter von Hanau hat nach Informationen aus Sicherheitskreisen wenige Tage vor der Tat ein Video bei Youtube veröffentlicht. In diesem Video spricht der Mann in fließendem Englisch von einer „persönlichen Botschaft an alle Amerikaner“. Der Clip, der Donnerstagfrüh weiter im Internet zu sehen war, wurde offensichtlich in einer Wohnung aufgenommen.

Darin sagt der Mann, in den USA existierten unterirdische Militäreinrichtungen, in denen Kinder misshandelt und getötet würden. Dort würde auch dem Teufel gehuldigt. Amerikanische Staatsbürger sollten aufwachen und gegen diese Zustände „jetzt kämpfen“. Ein Hinweis auf eine bevorstehende eigene Gewalttat in Deutschland ist in dem Video nicht enthalten. Das Motiv des Verbrechens mit insgesamt elf Toten blieb zunächst unklar.


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