Applaus für Mailänder Schau von Arthur Arbesser

Nach mehreren Kollektionen, in denen er auf seine Wiener Wurzeln verwies, hat Arthur Arbesser bei den Mailänder Modeschauen jetzt Kreationen vorgestellt, die sich an seiner Wahlheimat Mailand inspirierten. Der aus Wien stammende Modeschöpfer beleuchtete mit seinen neuen Modellen die Welt des Interior Designs und der Möbelbranche und erntete dafür Applaus.

„Seit 15 Jahren lebe ich in Mailand. Diese neue Herbst/Winter-Kollektion ist eine Ode an die Welt des Interior Designs, für das Mailand bekannt ist. Wichtig war mir deshalb, dass auch Mailänderinnen an der Schau teilnehmen. Auf dem Laufsteg defilierten daher Mailänder Designerinnen und Kuratorinnen verschiedenen Alters, die ich inspirierend fand“, bilanzierte Arbesser nach seiner Schau am Mittwochnachmittag im Gespräch mit der APA.

Warme Herbstfarben wie Bordeauxtöne prägten die Kollektion, die Arbesser als „eleganter und erwachsener“ als in den vergangenen Jahren bezeichnete. Geometrische Drucke, die an Mailänder Parkett- und Marmorböden oder an Innenarchitektur aus den 70er-Jahren erinnern, gaben den Ton an.

Eine Neuigkeit ist das von Arbesser entworfene, inzwischen patentierte Material „Marwoolus“, das aus einer Mischung aus Marmorstaub und Wolle aus der toskanischen Stadt Prato entstanden ist. Daraus schuf er Knöpfe und Gürtelschnallen.

Interesse weckte der 37-jährige Designer schon allein wieder mit einem ausgefallenen Schauplatz für sein Defilee. Die Präsentation fand in einem Mailänder Lagerhaus statt, wo Ausstattungen für Fernsehsets aufbewahrt werden. Gewählt wurde die Location unter anderem wegen eines Glasdachs, in das Tageslicht einfällt.

Laut Arbesser war die Stimmung der Mailänder Modewoche bisher nicht allzu stark von Sorgen wegen der Coronavirus-Epidemie in China getrübt. „Für das Business ist diese Situation natürlich besonders schwierig, weil China ein äußerst wichtiger Wirtschaftspartner ist. Zugleich gibt uns die Mailänder Modewoche aber die Erkenntnis, wie wertvoll Handwerk und Design hier in Europa sind, wo viele Kreationen mit großer Liebe und Aufmerksamkeit entstehen“, sagte er.

Für den Designer ist die Mailänder Modemesse noch nicht zu Ende. Am Samstag stellt er eine Handtasche vor, die er für den Mailänder Lederwarenproduzenten Valextra entworfen hat. Fünf unabhängige Modebrands wurden von Valextra beauftragt, eine elegante Damentasche des Unternehmens neu zu interpretieren. Arbesser präsentiert eine Kreation mit Leder-Patchwork.

Inzwischen denkt der Modeschöpfer schon an weitere Projekte. Bei der Mailänder Möbelmesse im April stellt er Marmorprodukte wie Schüsseln und Vasen vor, die er zusammen mit einer italienischen Firma entworfen hat. Zugleich bleibt er auch seiner Liebe zu Ballett und Oper treu. Nach der Premiere von Andre Hellers „Rosenkavalier“ an der Berliner Staatsoper Anfang Februar, für den Arthur Arbesser die Kostüme entworfen hat, wird er weitere Kreationen für Ballett- und Opernaufführungen schaffen. Details zu diesen Plänen wollte er noch nicht enthüllen.


Kommentieren


Schlagworte