Libyen nimmt Gespräche mit Haftar-Vertretern wieder auf

Die Verhandlungen über einen Waffenstillstand im Libyen-Konflikt sind wieder aufgenommen worden. Die Gespräche zwischen Militärvertretern der Konfliktparteien in Genf würden fortgesetzt, sagte ein Sprecher der Vereinten Nationen am Donnerstag. Sie waren in der Nacht auf Mittwoch nach neuen Angriffen auf die Hauptstadt Tripolis ausgesetzt worden.

Am Dienstagnachmittag waren zwei Häfen von Tripolis mit mehr als 15 Raketen attackiert worden. Die Einheitsregierung erklärte daraufhin, die Beteiligung an dem Ausschuss auszusetzen, solange keine „entschlossenen Positionen“ gegen den „Aggressor“ bezogen würden. Mit dem „Aggressor“ ist der General Khalifa Haftar gemeint, der einen Großteil des Ostens und Südens des Landes kontrolliert und im vergangenen April eine Offensive auf Tripolis gestartet hatte.

Seit Jänner gilt in Libyen eine Waffenruhe, diese wird aber immer wieder verletzt. Bei der Libyen-Konferenz im Jänner in Berlin war der Militärausschuss von jeweils fünf Vertretern der Einheitsregierung von Ministerpräsident Fayez al-Sarraj und von General Haftar beschlossen worden. Der Ausschuss soll darüber verhandeln, wie die brüchige Waffenruhe in einen stabilen Waffenstillstand umgewandelt werden kann.

Seit dem gewaltsamen Sturz des langjährigen Machthabers Muammar Gaddafi 2011 herrscht in dem nordafrikanischen Land Chaos. Die Regierung von Sarraj in Tripolis ist schwach. Ein Großteil des Ostens und Südens des Landes wird von den Truppen von General Haftar kontrolliert, der gegen die Einheitsregierung kämpft.

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