Faßmann zu Englisch-Ergebnissen: „Es gibt keine Alarmmeldung“

Die Bildungsstandard-Ergebnisse der Schüler in Englisch sind viel besser als im Jahr 2013. Minister will Englisch als Pflichtfach in Volksschulen.

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP).
© HERBERT PFARRHOFER

Von Karin Leitner

Wien — Wie ist es um die Englischfähigkeiten von Schülern bestellt? Erreichen sie die Bildungsstandards? Die Ergebnisse liegen nun vor.

Sie seien „sehr erfreulich", sagt ÖVP-Minister Heinz Faßmann: „Es gibt keine Alarmmeldung." Englisch werde zunehmend von der Fremd- zur Zweitsprache.

Im Frühjahr 2019 sind 74.200 14-Jährige der achten Schulstufe in Sachen Hören, Lesen und Schreiben getestet worden. Die Resultate sind besser als jene aus dem Jahr 2013. „Die Risikogruppe hat sich verkleinert, die Spitzengruppe ist gewachsen. Und Schüler aus bildungsfernen Familien haben deutlich aufgeholt", sagt Faßmann.

Im Hören und Lesen haben fast alle Schüler die Regelstandards A2 und B1 erreicht. Beim Lesen sind nur vier Prozent darunter (2013: 14), beim Hören ist es nur ein Prozent (2013: 3). Lediglich beim Schreiben haben 23 Prozent die Ziele verfehlt; aber auch das sind weniger als bei der letzten Erhebung, da waren es 37 Prozent.

Und: Die Leistungsunterschiede zwischen den Gruppen sind geringer als 2013. NMS-Schüler haben sich stärker verbessert als jene in den AHS, Kinder mit Migrationshintergrund stärker als solche, die diesen nicht haben, Kinder aus „bildungsfernen" Familien stärker als jene, deren Eltern zumindest maturiert haben. Migrantenkinder haben 2019 besser abgeschnitten als Kinder ohne Migrationshintergrund 2013. Leicht aufgeholt haben Buben gegenüber den Mädchen.

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Kaum Unterschiede gibt es zwischen den Bundesländern. Beim Hören liegt das beste Bundesland (Salzburg) nur 20 Punkte vor dem schlechtesten (Kärnten), beim Lesen beträgt der Höchstabstand ebenfalls nur 20 Punkte (Burgenland gegenüber Kärnten).

In Tirol hat sich der Anteil der Schüler mit geringen Kompetenzen im Lesen um neun Prozentpunkte reduziert (2013: 13 %, 2019: 4 %). Jene mit hohen Kompetenzen sind mehr (2013: 32 %, 2019: 40 %). Beim Hören hat sich die Gruppe mit geringen Kompetenzen von drei auf ein Prozent verringert, jene mit hohen Kompetenzen hat sich von 48 Prozent auf 64 Prozent vergrößert.

© APA

Worauf sind die bundesweit guten Ergebnisse zurückzuführen? Ein Grund dafür sei, dass immer mehr digital vermittelt werde, sagt Faßmann. Es gebe Schulbücher als E-Books — audiounterstützt — und Lern-Apps. Kinder würden sich Youtube-Videos oder Serien auf Englisch ansehen. Um das Niveau weiter zu heben, soll Englisch ab 2025/26 an Volksschulen ebenfalls Pflichtfach sein — in der dritten, im Jahr darauf auch in der vierten Klasse, sagt Faßmann. „Es wird derzeit schon unterrichtet, aber nicht als Pflichtfach, sondern abhängig vom Engagement der Lehrer, manchmal abhängig vom Druck der Eltern, manchmal organisiert vom Elternverein." Native Speaker würden eingeladen. Der Unterschied zwischen verbindlicher Übung und Pflichtfach: Erstere ist zu absolvieren, benotet wird aber nicht.

Bildungsstandards gibt es seit 2009 in Österreich — zusätzlich zum Lehrplan. Festgelegt ist damit, was ein Schüler in der vierten (Deutsch, Mathematik) bzw. der achten Stufe (Deutsch, Mathematik, Englisch) können soll. Seit 2012 wird jedes Jahr im Frühjahr — Fächer bzw. Schulstufen wechseln einander ab — eruiert, ob diese Standards erreicht worden sind.


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