Bildungscampus in Igls: Premiere für begleitende Kostenkontrolle

Kein Architektenwettbewerb ohne Finanzkontrolle: Das gilt für den Bildungscampus in Igls gleichermaßen wie für die Nachnutzung der Talstation.

Die Volksschule Igls wird erweitert, zudem entsteht an diesem Standort ein neuer Kindergarten mit sechs Gruppen.
© Thomas Böhm

Von Denise Daum

Igls –Ausgerechnet in Igls kommt die begleitende Kostenkontrolle von Großprojekten der Stadt Innsbruck erstmals zur Anwendung. Igls war mit dem Bau der Patscherkofelbahn der Ort des Geschehens und Anlass, der den Innsbrucker Gemeinderat im Sommer vergangenen Jahres dazu bewog, die begleitende Finanzkontrolle für Großprojekte überhaupt erst zu beschließen. Eine derartige Kostenexplosion wie beim Kofel darf nie mehr passieren – so der Hintergedanke des Beschlusses, für Großprojekte, die mit städtischen Finanzmitteln ab fünf Millionen Euro realisiert werden, eine begleitende Kontrolle einzusetzen.

Beim geplanten Bildungscampus in Igls kommt nun erstmals in so einem frühen Projektstadium die begleitende Kontrolle zum Tragen. Aus diesem Grund wurde der Beschluss zur Durchführung eines Architektenwettbewerbs für den Campus bei der vergangenen Stadtsenatssitzung auch abgesetzt – man hatte auf die Kostenkontrolle vergessen.

Am Standort der Schule Igls ist zum einen der Ausbau der Volksschule geplant, zum anderen soll ein neuer Kindergarten entstehen. Letzterer soll in Leichtbauweise (wie beim Kindergarten im O-Dorf) errichtet werden. Detaillierte Zahlen liegen noch nicht vor, aber dadurch, dass der Ausbau der Volksschule und der Neubau des Kindergartens als ein Projekt zu sehen sind, wird die Fünf-Millionen-Euro-Grenze wohl überschritten werden.

Bürgermeister Georg Willi erklärt, dass „seitdem ich Bürgermeister bin, noch jeder gesetzte Kostenrahmen eingehalten wurde“. Als Beispiel führt Willi die Winter World Masters Games an. „Hier habe ich von Anfang an dafür gesorgt, dass alle Verantwortlichen an einen Tisch kommen und die Kosten im Auge behalten werden. Mit dem Ergebnis, dass das Event innerhalb des Kostenrahmens abgewickelt wurde“, sagt der Bürgermeister.

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Doch der Bildungscampus ist nicht das einzige Projekt, das nochmals zurückgestellt wurde. Wie berichtet, verständigten sich die Mitglieder des Stadtsenats darüber, auch den Ideenwettbewerb für die Nachnutzung der alten Patscherkofel-Talstation von der Tagesordnung zu nehmen. Auch hier soll von Anfang an eine Kontrolle installiert werden – auch wenn die Investitionskosten keinesfalls die fünf Millionen Euro erreichen werden, wie der Bürgermeister sagt. Aber sicher ist sicher.


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