Mord-Skandal in Lesotho: Regierungschef blieb Gericht fern

Statt sich vor Gericht wegen des Mordes an seiner damaligen Frau zu verantworten, ist der Regierungschef von Lesotho nach Südafrika gereist. Thomas Thabane hätte am Freitag vor Gericht erscheinen sollen, wo die Staatsanwaltschaft gegen ihn die Anklage wegen Mordes an seiner damaligen Frau Lipolelo erheben wollte, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Malesaoana Mohale.

Doch Thabane sei nicht erschienen. Man werde nun zusammen mit der Polizei mögliche nächste Schritte erörtern. Der Regierungschef „ist für Arztbesuche nach Südafrika gereist“, sagte sein Sprecher Thabo Thakalekoala. Thabane sei nicht nach Südafrika gereist, um dort politisches Asyl zu ersuchen.

Es ist ein Politkrimi der besonderen Art: Thabanes Frau Lipolelo war im Juni 2017 - kurz vor Thabanes zweiter Amtszeit - erschossen worden. Die beiden befanden sich damals in einem Rechtsstreit, bei dem es auch um Lipolelos Status als Gattin des Regierungschefs und daraus resultierende Ansprüche ging.

Kurz nach dem Mord heiratete Thabane seine jetzige Frau Maesaiah. Sie wurde Anfang des Jahres in Zusammenhang mit dem Mord von der Polizei gesucht. Schließlich stellte sich Maesaiah den Behörden und wurde vor rund zwei Wochen von der Staatsanwaltschaft wegen Mordes angeklagt. Gegen die Zahlung einer Kaution wurde sie allerdings freigelassen.


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