Italien übergibt NS-Raubkunst an Deutschland

Die Statue „Heilige Maria Magdalena“ des aus Florenz stammenden Renaissance-Künstlers Andrea della Robbia (1435-1525) ist als NS-Raubgut von Italien zunächst an Deutschland zurückgegeben worden. Nach Klärung letzter offener Fragen zur Erbberechtigung soll die etwa einen Meter große Figur an die rechtmäßigen Erben restituiert werden.

Die deutsche Kulturstaatsministerin Monika Grütters nahm die Statue in Berlin vom italienischen Kulturminister Dario Franceschini entgegen. Die „Heilige Maria Magdalena“ war laut Angaben zuletzt im Besitz der Uffizien in Florenz. Die Übergabe erfolgte, nachdem in Deutschland ein Restitutionsantrag gestellt wurde.

Die Statue war einst im Besitz des Münchner Kunsthauses A. S. Drey. Die jüdischen Eigentümer wurden von den Nazis verfolgt. Deswegen mussten sie das Kunsthaus 1936 auflösen und die Sammlung versteigern. 1941 wurde die Figur von einem Italiener an NS-Reichsmarschall Hermann Göring verkauft. 1954 wurde die Arbeit irrtümlich nach Italien gegeben.

Grütters betonte das Ziel der Bundesregierung, den NS-Kunstraub rückhaltlos aufzuarbeiten. „Das sind wir den Opfern der Nationalsozialisten schuldig.“ Franceschini nannte die Rückgabe den Angaben zufolge einen weiteren Schritt, „um das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus zu ehren und die kulturellen Beziehungen zwischen Italien und Deutschland zu festigen“.

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