Felipe: „1-2-3-Öffiticket in Tirol nicht ohne Bundesmittel stemmbar“

Den nötigen Öffi-Angebotsausbau werde Tirol angehen, die Tarifstütze müsse aber vom Bund bezahlt werden, sagt LHStv. Felipe (Grüne).

(Symbolbild)
© Rudy De Moor / TT

Innsbruck –Es war das zweite Mal binnen einer Woche, dass die grüne Verkehrsministerin Leonore Gewessler in Innsbruck aus dem Zug stieg. Nach dem Eklat beim Transitbesuch von EU-Verkehrskommissarin Adina Valean stand für Gewessler am Freitagabend indes ein Vieraugengespräch mit LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) an. Zwar ging es dabei auch um den Transit – so galt es strategische Vorbereitungen hinsichtlich des EU-Verkehrsministerrates im Mai in Brüssel zu beratschlagen –, aber auch das 1-2-3-Ticket war ein zentrales Gesprächsthema.

LHStv. Ingrid Felipe (l.) und Verkehrsministerin Leonore Gewessler beratschlagten Freitagabend u. a. das 1-2-3-Ticket.
© Land Tirol/Berger

Wie berichtet, will Türkis-Grün das Öffiticket-System reformieren. 1-2-3-Ticket nennt sich das. Ziel ist es, dass in allen Bundesländern künftig die Öffis für einen Euro/Tag zu nutzen sind. Für zwei Euro kann man auch in zwei (benachbarten) Bundesländern mit Bus und Bahn fahren. Für das gesamte Bundesgebiet soll das Öffi-Jahresticket drei Euro/Tag kosten.

Von Tiroler Seite könne Gewessler zu 100 Prozent Unterstützung erwarten, berichtete Felipe gestern vom Ergebnis des Gesprächs. Das Bundessystem könne vom Tiroler Ticketshop, der bereits gemeinsam für VVT, ÖBB und IVB eingerichtet ist, profitieren. Denn auch der Aufbau einer gemeinsame Vertriebsschiene sei österreichweit eine Herausforderung.

Bereits bei der Klimaschutzreferentinnentagung am 13. März in Alpbach will Felipe einen Beschluss erwirken, dass sich alle Bundesländer zum 1-2-3-Ticket bekennen. Denn im Gegensatz zu Tirol, Vorarlberg oder Wien haben noch nicht alle auch ein landesweites Öffi-Ticket. Die Finanzierung ist deshalb eine zentrale Frage für das Projekt. Auch für Tirol. Hier kostet das Jahresticket ab 1. April 509 Euro. „Die Lücke zu den 365 Euro kann Tirol nicht alleine schließen“, so Felipe, die aber trotzdem zu einer regelmäßigen Valorisierung aufruft. Die Tarifstütze müsse also vom Bund kommen. Das Land werde hingegen den weiteren Angebotsausbau angehen. Doch auch hier wird es nicht ohne Bund und ein neues Nahverkehrsfinanzierungsgesetz gehen. Das alles gilt es nun in den kommenden Monaten zu verhandeln.

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