Mehr als 100 Morde während Polizei-Streik in Brasilien

Während eines Polizeistreiks im brasilianischen Bundesstaat Ceará sind in wenigen Tagen mehr als 100 Morde verübt worden. Das Sekretariat für öffentliche Sicherheit des Bundesstaates im Nordosten Brasiliens verbreitete am Samstag eine Mitteilung, wonach bis Freitag 88 Tote gezählt worden seien.

Das Portal „G1“ berichtete nun, dass in Abwesenheit der Sicherheitskräfte zwischen Samstag und Sonntagmorgen (Ortszeit) noch einmal mindestens 15 Mordopfer hinzugekommen seien. Die Polizei in Ceará fordert mehr Lohn, seit Mitte der Woche sind die Sicherheitskräfte im Ausstand. Daraufhin kam es in dem Bundesstaat mit fast neun Millionen Einwohnern zu einer Explosion der Gewalt. Brasilien ist eines der gewalttätigsten Länder der Welt. Nach dem aktuellen Gewaltmonitor kam es in dem südamerikanischen Land im Jahr 2019 zu 41.635 Morden. Ein Senator versuchte am Mittwoch, mit einem Bagger die Absperrung um ein Polizeirevier zu durchbrechen und den Streik dort zu beenden - ihm wurde in die Brust geschossen.

Präsident Jair Bolsonaro erließ am Donnerstag ein Dekret, um 3.000 Soldaten nach Ceará zu schicken. Der brasilianische Verteidigungsminister und der Justizminister sollten nach einem Bericht der Agência Brasil am Montag in die Hauptstadt des Bundesstaates, Fortaleza, reisen.

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