Anhörungen zu US-Auslieferungsantrag gegen Assange starten

Die Anhörungen zum Auslieferungsantrag der USA gegen Wikileaks-Gründers Julian Assange beginnen am Montag in London. Die US-Justiz wirft dem gebürtigen Australier vor, der Whistleblowerin Chelsea Manning - damals Bradley Manning - geholfen zu haben, geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan zu veröffentlichen. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 175 Jahre Haft.

Die Anhörungen sind zunächst für eine Woche geplant und sollen dann erst am 18. Mai für weitere drei Wochen fortgesetzt werden. Assange sitzt zurzeit im Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh im Osten Londons. Sein Gesundheitszustand soll sich nach Angaben seiner Anwälte und seines Vaters in letzter Zeit wieder etwas gebessert haben. Der 48-Jährige galt als körperlich und psychisch stark angeschlagen.

Am Wochenende hatten Demonstranten in Großbritannien und Australien die Freilassung Assanges gefordert. Darunter waren viele Prominente.

Der Gründer der Enthüllungsplattform hatte sich aus Angst vor einer Auslieferung an die USA 2012 in die ecuadorianische Botschaft in London geflüchtet. Damals lag gegen ihn ein europäischer Haftbefehl wegen Vergewaltigungsvorwürfen in Schweden vor. Die Ermittlungen wurden eingestellt. Die britische Polizei verhaftete Assange im April 2019, weil er mit der Flucht in die Botschaft gegen Kautionsauflagen verstoßen hatte. Er wurde zu einem knappen Jahr Gefängnis verurteilt.

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