Zwei Personen in Tirol mit Corona infiziert

In Tirol sind zwei Personen am Coronavirus erkrankt. Eine der betroffenen Personen stammt offenbar aus der Lombardei, genauere Informationen folgen im Laufe des Dienstags. Sie sind derzeit in der Innsbrucker Klinik isoliert. Die beiden 24-Jährigen sind jedenfalls „nicht lebensbedrohlich“ erkrankt, sondern leiden bisher nur an leichtem Fieber.

Das Land Tirol hielt sich mit Angaben über die Personen zurück. Es wurde lediglich bestätigt, dass die beiden 24 Jahre alt sind, aus der Lombardei stammen und in Innsbruck wohnhaft sind. Noch ist unklar, wo sich die beiden Personen angesteckt haben. Die Patienten hatten sich selbst an die Leitstelle Tirol gewandt und ihre Symptome geschildert. Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) kündigte an, eine eigene Ambulanz an der Innsbrucker Klinik für Coronavirus-Verdachtsfälle einzurichten.

Zur Sicherheit in eine 14-tägige häusliche Quarantäne geschickt wurden am Dienstag 28 Mitarbeiter des Universitätsklinikums Salzburg nach der Rückkehr von einem Betriebsausflug in Oberitalien. Es handle sich um eine Vorsichtsmaßnahme, die Beschäftigten hätten bisher keine Symptome einer Erkrankung aufgewiesen, bestätigte ein Kliniksprecher.

In Kärnten wird ein für das Wochenende geplanter Langlaufbewerb wegen des Coronavirus verschoben. Für den „No Borders Cup“ in Villach seien rund 300 Teilnehmer aus Norditalien erwartet worden, so Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) am Dienstag nach der Regierungssitzung. Wegen der aktuellen Lage habe man sich entschieden, den Bewerb auf unbestimmte Zeit zu verschieben.

Zwar seien in Kärntens italienischer Nachbarregion Friaul-Julisch Venetien noch keine Corona-Fälle bestätigt worden - trotzdem sei man mit den dortigen Behörden täglich telefonisch in Kontakt, erklärte Kaiser. In Kärnten gebe es weiters täglich Expertentreffen zum Thema: „Es gibt Absprachen mit der Weltgesundheitsorganisation und mit dem Bund - so soll verhindert, dass sich das Coronavirus weltweit festsetzt“, sagte Kaiser.

In Österreich sind bereits 59 Krankenhäuser für die Behandlung von Coronavirus-Verdachtsfällen und Covid-19-Erkrankungen ausgerüstet. Das Gesundheitsministerium hat am Dienstag eine Liste der Spitäler veröffentlicht. Die meisten gibt es mit 15 in Oberösterreich, gefolgt von 14 in Niederösterreich, acht in Tirol und sechs in Salzburg. Jeweils fünf Einrichtungen, die für die Behandlung ausgestattet sind, gibt es in Kärnten und Vorarlberg, in der Steiermark sind es vier und im Burgenland ein Spital.

In Wien ist das Kaiser-Franz-Josef-Spital die erste Anlaufstelle für Verdachtsfälle. Die dortige 4. medizinische Abteilung ist auf die Diagnose und Behandlung derartiger Virenerkrankungen spezialisiert. Wie viele Betten auf isolierten Stationen es österreichweit gibt, war am Dienstag zunächst nicht eruierbar.

Wer Symptome aufweist oder befürchtet, erkrankt zu sein, soll zu Hause bleiben. Der Kontakt zu anderen Personen soll minimiert und das Gesundheitstelefon 1450 angerufen sowie die dort erhaltenen Anweisungen genau befolgt werden.

Das Corona-Virus gefährdet vor allem Personen jenseits des 60. Lebensjahrs. Laut der bisher umfassendsten Studie, die Krankheitsverläufe in China bis 11. Februar berücksichtigt hat, waren von 1.023 gestorbenen Patienten 829 über 60 Jahre alt. Demgegenüber verlief die Erkrankung für nur 26 Menschen tödlich, die das 40. Lebensjahr noch nicht vollendet hatten.

Der im „Chinese Journal of Epidemiology“ veröffentlichten Studie zufolge verläuft die Krankheit in vier Fünftel der Fälle milde. Bei insgesamt 72.314 Daten, die für das Chinesische Zentrum für Seuchenkontrolle und -vorbeugung ausgewertet wurden, zeigten 80,9 Prozent der Infektionen einen milden Verlauf. 13,8 Prozent der Fälle wurden als ernst bewertet, 4,7 Prozent als lebensbedrohlich.

Das höchste Sterberisiko bei einer Infektion haben der amtlichen Studie zufolge Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, gefolgt von Diabetikern, Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen und Bluthochdruck. Männer haben der Studie zufolge mit 2,8 Prozent ein deutlich höheres Sterberisiko als Frauen mit 1,7 Prozent. Im Schnitt liegt die Mortalitätsrate bei 2,3 Prozent.


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