Tiroler Coronavirus-Fälle fieberfrei, aber in Quarantäne

Bei den beiden in Tirol bestätigten Corona-Fällen handelt es sich um ein Pärchen aus der Gegend von Bergamo in Italien. Sie waren am Freitag nach Innsbruck gereist. Die beiden Infizierten müssen jedenfalls noch bis zum Wochenende in Quarantäne bleiben, sagte Günter Weiss, Direktor der Innsbrucker Universitäts-Klinik für Innere Medizin II. Entwarnung gab es indes bei Verdachtsfällen in Vorarlberg.

„Beide sind sehr kooperativ und sie sind in einem guten Zustand“, erklärte Weiss. Die Frau hatte am Samstag leichte Symptome und am Sonntag leichtes Fieber. Ihr Freund war bis Sonntagmorgen fieberfrei, hatte dann aber leicht erhöhte Temperatur und an den folgenden zwei Tagen leichtes Fieber. „Seit heute (Dienstag, Anm.) sind beide wieder fieberfrei“, sagte der Mediziner.

Die Italienerin lebt und arbeitet laut ersten Informationen in Innsbruck, ihr Freund kam zu Besuch. Die beiden waren am Montagabend, nachdem sie die Leitstelle informiert hatte, in die Innsbrucker Klinik gekommen.

Nun gehe es darum, die Kontaktpersonen der beiden ausfindig zu machen. „Das Stadtmagistrat erhebt das zur Zeit“, erklärte Landessanitätsdirektor Franz Katzgraber. Um wie viele Personen es sich dabei handelt, konnten die Verantwortlichen zunächst noch nicht sagen. „Wir arbeiten den Fall nun systematisch ab und versuchen die Infektionskette zu beenden“, so der Landessanitätsdirektor.

Die vom Land Tirol angekündigte eigene Ambulanz für Coronavirus-Verdachtsfälle steckte indes offenbar noch in den Kinderschuhen. Sie soll an der Innsbrucker Klinik eingerichtet werden und „in den nächsten Tagen“ in Betrieb gehen, sagte Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (ÖVP). Als Folge der beiden Corona-Fälle will Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) die Warnkette mit den italienischen Behörden noch engmaschiger knüpfen, „um noch entschlossener, noch schneller und mit aller Härte reagieren zu können“.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) versprach „alle Maßnahmen, um eine Ausbreitung bestmöglich zu verhindern“. Oberstes Ziel sei der Schutz der österreichischen Bevölkerung sowie alles zu unternehmen, „um so weit als möglich zu verhindern, dass es hier zu einer weiteren Ausbreitung kommt“, so Kurz am Rande seiner London-Reise.

Die Vorarlberger Coronavirus-Verdachtsfälle bestätigten sich nicht. Am Dienstagnachmittag gab es nach dem Feststehen der Ergebnisse der zwei eingeschickten Proben Entwarnung, informierte die Landespressestelle. Damit kam es in Vorarlberg bisher zwar zu sieben Verdachtsfällen, das Auftreten des Coronavirus ist im westlichsten Bundesland bisher aber nicht festgestellt worden.

In Kärnten wird ein für das Wochenende geplanter Langlaufbewerb wegen des Coronavirus verschoben. Für den „No Borders Cup“ in Villach seien rund 300 Teilnehmer aus Norditalien erwartet worden, so Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) am Dienstag nach der Regierungssitzung. Wegen der aktuellen Lage habe man sich entschieden, den Bewerb auf unbestimmte Zeit zu verschieben.

In Österreich sind bereits 59 Krankenhäuser für die Behandlung von Coronavirus-Verdachtsfällen und Covid-19-Erkrankungen ausgerüstet. Das Gesundheitsministerium hat am Dienstag eine Liste der Spitäler veröffentlicht. Die meisten gibt es mit 15 in Oberösterreich, gefolgt von 14 in Niederösterreich, acht in Tirol und sechs in Salzburg. Jeweils fünf Einrichtungen, die für die Behandlung ausgestattet sind, gibt es in Kärnten und Vorarlberg, in der Steiermark sind es vier und im Burgenland ein Spital.

In Wien ist das Kaiser-Franz-Josef-Spital die erste Anlaufstelle für Verdachtsfälle. Die dortige 4. medizinische Abteilung ist auf die Diagnose und Behandlung derartiger Virenerkrankungen spezialisiert. Wie viele Betten auf isolierten Stationen es österreichweit gibt, war am Dienstag zunächst nicht eruierbar.

Das Corona-Virus gefährdet vor allem Personen jenseits des 60. Lebensjahrs. Laut der bisher umfassendsten Studie, die Krankheitsverläufe in China bis 11. Februar berücksichtigt hat, waren von 1.023 gestorbenen Patienten 829 über 60 Jahre alt. Demgegenüber verlief die Erkrankung für nur 26 Menschen tödlich, die das 40. Lebensjahr noch nicht vollendet hatten.


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