Starkbierfest in Wörgl: „Gestacheltes“ Bier mit sozialem Mehrwert

Kabarettist Stefan Peschta, Kulturreferentin Gabi Madersbacher, Kabarettis­t Jürgen Chmela-Heiss, Sozialreferent Christian Kovacevic sowie Andrea­s Rudolf, Organisator Günther Moschig und Willy Cappendijk von „Wörgler für Wörgler“ ließen sich ihr Bier „stacheln“ (v. l.).
© Haun

Wörgl – Ein glühender Eisenstab wird ins Bierglas getunkt, um es im Winter auf wohlige Temperatur zu erhitzen und dem Getränk eine besondere Geschmacksnot­e zu verleihen – so sollen es Schmiede seit Jahrhunderten praktizieren. Diese Tradition des „Bier­stachelns“ wird in Wörgl jedes Jahr beim Starkbierfest gelebt. Die Sozial­initiative „Wörgler für Wörgler“ lud heuer unter Organisator Gunther Moschig zum neunten Mal zum „Trinken für den guten Zweck“, diesmal in die Sailerei im neuen Haus der Musik.

Nach dem Motto „Flüssiges bricht das Fasten nicht“ wurden die Spezialbiere aus Bayern ausgeschenkt und auf Wunsch vom Schmied „gestachelt“. Für die Lacher zuständig waren Jürgen Chmela-­Heiss und Stefan Peschta, die eine Kurzversion ihres Kabaretts „Lost in Wörgl 5“ zum Besten gaben. In ihrer Büttenrede nahmen sie das Haus der Musik mit seinem Akustikproblem, die ewige Debatte um die Nordtangente oder etwa das neue Feuerwehrhaus, bei dem sich die Tore nicht öffneten, aufs Korn. Musikalisch umrahmten Die fidelen Wörgle­r das Fest. Und weil Schmalz kein Blut enthält und damit nicht gegen die Fastengesetz­e verstößt, durften die entsprechenden Brötchen ohne schlechtes Gewissen verzehrt werden.

Der Reinerlös aus dem Verkauf der Starkbiere kommt in Not geratenen Menschen zugute. Das Gebräu ist so lange in der Sailerei erhältlich, wie der Vorrat reicht. Die gesammelten Einnahmen gehen wieder an das Projekt „Licht für Wörgl.“ Im vergangenen Jahr konnte ein Rekorderlös von 3100 Euro gespendet werden. (fh, TT)


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