Coronavirus-Verdachtsfall an Wiener Schule negativ getestet

Die Lehrerin der AHS Albertgasse in Wien-Josefstadt, bei der es einen Verdacht auf Infektion mit dem Coronavirus gab, wurde negativ getestet. Die Sperre der Schule wurde aufgelöst, das bestätigte die Polizei am Mittwoch. Bei einem Mitarbeiter des Vienna International Center (VIC) ist indes der nächste Verdachtsfall aufgetreten. Das teilte der Informationsdienst der UNO in Wien am Nachmittag mit.

Der betreffende Mitarbeiter der UNO sei für weitere Beobachtungen und Tests in ein Krankenhaus gebracht worden. Es wurde laut Informationsdienst der UNO (UNIS) auch untersucht, wer mit dem möglicherweise Infizierten in engem Kontakt gestanden sei. Demnach wurden vier Menschen identifiziert: „Sie wurden nach Hause geschickt und angewiesen, sich selbst zu beobachten (ob Symptome einer Infektion auftreten, Anm.)“, so der UNIS. Als „enger Kontakt“ wurde persönliche Interaktion über 15 Minuten in einer Distanz von einem Meter oder weniger definiert. Man stehe in Kontakt mit dem örtlichen Behörden und unterstütze diese, so UNIS. Für Donnerstag, 10.00 Uhr, wurde ein Update angekündigt.

Das Gymnasium in Wien-Josefstadt mit 600 Schülern war nach Bekanntwerden des Verdachtfalles seit dem Vormittag gesperrt gewesen. Die Polizei hatte dazu die Albertgasse zwischen der Josefstädter Straße und der Pfeilgasse abgeriegelt. Trotz der vorübergehenden Sperre verlief der Tag dort aus Schülersicht recht ruhig. Das teilten Schüler den wartenden Medienvertretern mit, nachdem die Sicherungsmaßnahmen durch die Polizei aufgehoben wurden. Kurz vor 14.00 Uhr verließen die ersten Schüler das Gebäude.

Nachdem bekannt wurde, dass es den Verdachtsfall an der Schule gibt, wurden die Schüler aufgefordert, in den Klassen zu bleiben. Es sei anfangs ein wenig chaotisch gewesen, Panik sei aber keine aufgekommen. Die Devise hieß „abwarten und ruhig bleiben“, erklärte ein Schüler. Der Unterricht wurde allerdings nicht weitergeführt, man unterhielt sich in den Klassen über die Thematik.

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Fakt ist bis dato: In Wien gibt es bisher keinen bestätigten Fall. Bisher (Stand: 9.00 Uhr) seien 72 Verdachtsfälle mit negativem Ergebnis getestet worden, sagte ein Sprecher des Krankenanstaltenverbundes (KAV) der APA. Bei 15 Personen laufe die Abklärung.

Der Tod einer 56-jährigen Italienerin aus dem Raum Udine in einer Apartmentanlage im Kärntner Tourismusort Bad Kleinkirchheim (Bezirk Spittal an der Drau) sorgte am Mittwoch ebenfalls für Coronavirus-Alarm. Der Notarzt hatte die Erkrankung zunächst nicht ausgeschlossen. Nach Auswertung eines Abstrichs gaben die Behörden kurz nach 13.00 Uhr Entwarnung. Die Urlauberin war nicht mit dem Virus infiziert.

13 Personen saßen den halben Tag in dem behördlich gesperrten Gebäude fest. Sie wurden untersucht, Polizisten überwachten den Eingang. Die Behörden ermittelten die weiteren Kontakte der Frau, die seit Freitag in Kärnten war, und informierten die Zuständigen in Italien.

Unterdessen befindet sich das Pärchen aus Italien, das in Tirol positiv auf das Coronavirus getestet worden war, in der Innsbrucker Klinik weiter in einem guten Zustand. „Sie sind beide nach wie vor fieberfrei und stabil“, sagte eine Kliniksprecherin der APA. Die Entscheidung über eine Entlassung aus dem Krankenhaus noch in dieser Woche soll am Freitag fallen. Zuvor würden am Freitag noch einmal letzte Testuntersuchungen durchgeführt. Derzeit werden die beiden 24-Jährigen laufend überwacht, hieß es. Von den zwölf in Quarantäne befindlichen Kontaktpersonen, die ebenfalls einen guten Gesundheitszustand aufweisen sollen, befinde sich indes niemand in der Klinik, so die Sprecherin.

In dem Hotel, in dem die infizierte Italienerin arbeitet, sind insgesamt 62 Personen getestet worden. Neun davon wurden unter Quarantäne gestellt, teilte das Land am Mittwoch auf APA-Anfrage mit. Auch aus dem engen sozialen Umfeld der Erkrankten mussten drei Personen in Quarantäne.

In Niederösterreich wurde am Mittwoch ein weiterer Coronavirus-Verdachtsfall bekannt. Einem Onlinebericht der „NÖN“ zufolge hat eine Frau aus Gablitz (Bezirk St. Pölten) nach der Rückkehr aus einem Italien-Urlaub „typische Symptome“ aufgewiesen. Nach Angaben von Landeskliniken-Holding-Sprecher Bernhard Jany befindet sich eine weibliche Person auf der Isolierstation des Uniklinikums St. Pölten. Die Patientin wurde bereits getestet, die Untersuchungsergebnisse könnten noch am Mittwoch vorliegen.

können Auslandsurlauber generell Kontakt- und Reiseinformationen hinterlassen. Somit tut sich das Außenministerium leichter, im Fall des Falles Betroffene zu kontaktieren.

(S E R V I C E - Die Coronavirus-Hotline der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) steht unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 555 621 sieben Tage in der Woche von 0-24 Uhr zur Verfügung.)


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