Zahlreiche Coronavirus-Verdachtsfälle nicht bestätigt

Es bleibt bei zwei bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus in Österreich - vorläufig: Am Mittwoch, dem Tag, nachdem die ersten beiden bestätigten Fälle in Österreich, genauer in Tirol, aufgetaucht waren, sind zahlreiche Verdachtsfälle in mehreren Bundesländern aufgetaucht. Aktuell stehen 23 Personen unter Quarantäne. Weitere erwiesene Infektionen gab es bisher aber nicht.

Bis Mittwoch wurden österreichweit 321 Tests durchgeführt. In Wien wurde das Gymnasium Albertgasse in der Josefstadt vorübergehend gesperrt, nachdem eine Lehrerin nach einem Besuch in Norditalien Symptome einer Infektion aufwies. Die Schüler durften vorübergehend das Gebäude nicht verlassen, bis am frühen Nachmittag die Entwarnung kam. Bei der Lehrerin wurde das Virus nicht nachgewiesen.

Am Nachmittag gab der Informationsdienst der Vereinten Nationen (UNIS) bekannt, dass bei einem Mitarbeiter der UNO-City ebenfalls der Verdacht einer Infektion mit dem Coronavirus aufgetaucht ist. Der Mitarbeiter wurde in ein Krankenhaus eingeliefert, vier enge Kontaktpersonen nach Hause geschickt. Das Ergebnis stand noch aus.

Der Gesundheitsdienst der Stadt Wien (MA15) reagierte mit einem Aushang an Kindergärten auf die jüngsten Coronavirus-Fälle. Demnach sollen Personen, die in den letzten 14 Tagen in Norditalien oder China waren, freiwillig Gemeinschaftseinrichtungen fern bleiben. Bei Symptomen wie Husten, Fieber oder Atembeschwerden sollten Kindergärten keinesfalls aufgesucht werden.

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Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) erklärte bereits, dass eine prophylaktische Sperre von Schulen oder Kindergärten absolut nicht vorgesehen sei. Zudem verschickte das Bildungsressort einen Krisenplan zum Umgang mit dem Corona-Virus an Schulen und Universitäten. Da es sich beim Coronavirus Covid-19 um eine meldepflichtige Erkrankung handelt, müssen sofort der Schularzt, die Schulleitung bzw. die Leitung der Hochschule eingeschaltet werden, die dann mit den zuständigen Gesundheitsbehörden (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat) Kontakt aufnehmen. Gibt es bei Minderjährigen einen Verdacht auf oder die Bestätigung einer Infektion, müssen auch die Erziehungsberechtigten informiert und die weitere Vorgangsweise - etwa eine Einlieferung ins Spital - geklärt werden.

Entwarnung gab es auch im Fall einer 56-jährigen Italienerin aus dem Raum Udine in einer Apartmentanlage im Kärntner Tourismusort Bad Kleinkirchheim (Bezirk Spittal), die im Skiurlaub ums Leben gekommen war. Der Notarzt hatte die Erkrankung zunächst nicht ausgeschlossen. Nach Auswertung eines Abstrichs gaben die Behörden kurz nach 13.00 Uhr Entwarnung. Die Urlauberin war nicht mit dem Virus infiziert.

In Niederösterreich wurde ebenfalls ein Coronavirus-Verdachtsfall bekannt. Demnach hat eine Frau aus Gablitz (Bezirk St. Pölten) nach der Rückkehr aus einem Italien-Urlaub „typische Symptome“ aufgewiesen. Die Patientin wurde bereits getestet, die Untersuchungsergebnisse könnten noch am Mittwoch vorliegen.

Unterdessen befand sich das Pärchen aus Italien, das in Tirol positiv auf das Coronavirus getestet worden war, in der Innsbrucker Klinik weiter in einem guten Zustand. „Sie sind beide nach wie vor fieberfrei und stabil“, sagte eine Kliniksprecherin der APA. Mehrere Kontaktpersonen befanden sich in Quarantäne, wiesen bisher aber keine Symptome auf.

Bisher gab es österreichweit 321 Testungen auf das Virus und 23 Quarantäne-Fälle. Diese Zahlen wurden am Mittwoch im Rahmen der Koordination des Staatlichen Krisen- und Katastrophenmanagements bekanntgegeben, an der Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) teilnahmen.


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