Zusammenstöße auf der griechischen Insel Lesbos

Bei heftigen Zusammenstößen zwischen aufgebrachten Einwohnern und der Polizei auf der griechischen Insel Lesbos sind in den vergangenen Tagen mindestens 43 Polizisten und dutzende Bürger verletzt worden. Das erklärten am Mittwoch Behördenkreise. Der Protest sichtet sich gegen den Bau neuer Migrantenlager.

Die Polizei gab Warnschüsse ab. Ein Demonstrant soll durch eine Kugel verletzt worden sein. Die Menge warf Rauchbomben und Molotow-Cocktails gegen die Polizei. Inselbewohner umzingelten auch eine Militärbasis in der Inselhauptstadt Mytilini, wo die Spezialkräfte der Polizei untergebracht sind. Demonstranten stürmten ein Hotel, in dem Polizisten logieren. Die Beamten wurden attackiert, einige von ihnen verprügelt und ihr Gewand aus den Fenstern geworfen.

Die Inselbewohner fordern zudem, dass die vorhandenen Lager geschlossen werden. Alle Migranten sollten nach ihrer Registrierung zum Festland gebracht werden.

Zuvor waren Tausende Demonstranten in Mytilini sowie auf Chios auf die Straße gegangen und skandierten: „Keine Migrantencamps mehr auf den Inseln“. Zu den Streiks unter dem Motto „Wir wollen unsere Inseln zurück“ hatten die örtlichen Gewerkschaften, Kommunen sowie der Verband der Staatsbediensteten (ADEDY) aufgerufen.

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In und um die Registrierlager auf den Inseln der Ostägäis harren inzwischen knapp 42.000 Menschen aus. Die Camps können aber nur rund 8.000 Menschen aufnehmen. Täglich setzen Dutzende von Migranten aus der Türkei zu den griechischen Inseln über, um so in die EU zu kommen. Nach dem Willen der Insulaner soll Athen dafür sorgen, dass die Neuankömmlinge nach ihrer Registrierung zum griechischen Festland gebracht werden. Alle Lager sollten geschlossen werden. Nach fünf Jahren Migrantenzustrom könnten die Insulaner nicht mehr, sagten Demonstranten.


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