35-Stunden-Woche gefordert: Lebenshilfe Reutte in Streik getreten

Mitarbeiter der Lebenshilfe Reutte beteiligten sich an einem Warnstreik. Sie wollen weniger Stunden pro Woche arbeiten.
© ÖGB Reutte

Reutte – Novum in der Geschichte der Behindertenbetreuung im Außerfern. Erstmals traten Mitarbeiter der Lebenshilfe Reutte in einen Warnstreik – wie am Mittwoch übrigens fünf weitere Stützpunkte auch. Für zwei Stunden wurde die Arbeit niedergelegt. Eine 35-Stunden-Woche soll den Vollzeit Arbeitenden Erleichterung von ihren physischen und psychischen Belastungen bringen und Teilzeitkräften einen höheren Lohn. „Mit den Teilzeiteinkommen ist ein Durchkommen meist nicht möglich. Viele brauchen einen zweiten Job, um über die Runden zu kommen“, erklärt Sonja Föger-Kalchschmied, Betriebsratsvorsitzende der Lebenshilfe Tirol. Die Außerferner Lebenshilfe-Mitarbeiter hätten sie am Mittwoch darauf eingeschworen, beim Kampf um bessere Bedingungen nur ja nicht klein beizugeben. Die weitere Kampfbereitschaft sei gegeben.

Peter Müller, Obmann der Lebenshilfe Außerfern, zeigt wenig Verständnis für die Aktion: „Ich bin nicht der Arbeitgeber und auch nicht für das Tagesgeschäft zuständig. Aber ich kann mir angesichts der Personalknappheit, die bei uns vorherrscht, nicht vorstellen, wie wir dann mit einer 35-Stunden-Woche noch über die Runden kommen sollten. Das verschlimmert alles ja nur noch mehr.“ Er verstehe daher, dass die Arbeitgeberseite, wenn überhaupt, über Lohnerhöhungen reden wolle, aber nicht über weniger Stunden. (hm)


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