Protest und Streiks der Gewerkschaft: Private Krippen fürchten 35 Stunden

Privaten Krippen dürfte bei einer 35-Stunden-Woche Geld ausgehen, gestern wurde erneut protestiert.

Die Gewerkschaft fordert eine Reduktion der Arbeitszeit in sozialen Berufen auf 35 Stunden. Das würde die Personalkosten erhöhen.
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Von Verena Langegger

Innsbruck – Mit einem 100 Quadratmeter großen Plakat an der Hausfassade der Senecura-Zentrale in Wien und Streiks in diversen Einrichtungen protestierten die Gewerkschaften vida und GPA-djp gestern für eine Arbeitszeitverkürzung in sozialen Berufen auf 35 Stunden. Vertreten sind im Verband der österreichischen Sozial- und Gesundheitsunternehmen (SÖW) übrigens unterschiedlichste Bereiche, so etwa auch private Kinderbetreuungseinrichtungen. Simon Grießenböck, ehrenamtlicher Vorsitzender des größten privaten Trägers von Kinderbetreuungseinrichtungen in Tirol „Die Kinderfreunde“, ist besorgt über die laufenden Kollektivvertragsverhandlungen. „In unserem Fall würde eine Einführung der 35-Stunden-Woche eine Personalkostensteigerung von rund 180.000 Euro pro Jahr bedeuten.“ Bezahlen müssten diese Mehrkosten die Eltern, rechnet Grießenböck. Zwar gebe es Subventionen von den Gemeinden, der größte Fördergeber für Personalkosten sei aber das Land Tirol. „Erhöhte Personalkosten werden aber im Nachhinein und nur im Ausmaß der Lohnrunden des öffentlichen Dienstes bezahlt.“

Für Grießenböck müssten die fehlenden ca. 6,35 Prozent daher wohl an die Familien weitergegeben werden, was zu massiven Erhöhungen der Elternbeiträge führen würde. „Dies wäre jedoch noch der bessere Fall, im schlimmeren Falle würde es vielen Einrichtungen dadurch an die finanzielle Substanz gehen und eine Weiterführung wäre nicht gewährleistet – sprich: Viele der ohnehin raren Betreuungsplätze wären stark gefährdet.“

Marc Deiser vom ÖGB und auch betroffener Vater möchte trotzdem weiter für die 35-Stunden-Woche kämpfen. Denn gerade im sozialen Bereich gebe es viele Beschäftigte, die die Vollzeitarbeit als zu belastend empfänden.


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