V & P Rides: Eintauchen in eine völlig neue Welt

In zehnjähriger Entwicklungsarbeit hat das Lienzer Unternehmen V & P Rides des Architekten Martin Valtiner eine neuartige Erlebnisplattform für Vergnügungsparks geschaffen. Das Produkt ist marktreif.

In einer Werkshalle in Spittal an der Drau entsteht das Flying Theatre.
© Valtiner, Lugger

Von Christoph Blassnig

Lienz –Martin Valtiner betreibt ein Architekturbüro in Lienz. Unter anderem hat er den Zubau mit betreubaren Wohnungen und der Service­stelle des Roten Kreuzes in Lien­z geplant. Und Valtiner ist nicht allein. Mit seinen Partnern bildet er die V & P Rides GmbH. Nach rund zehn Jahren Entwicklungsarbeit ist das Ergebnis der gemeinsamen Tüfteleien ein „Flying Theatre“. Das ist nicht nur eine technische Pionierarbeit, sondern soll Menschen vor allem eines ermöglichen: virtuelle Reisen an Orte, an denen niemand sein kann, mit fantastischen Bildern im Kopf und Erinnerungen, die ergänzt sind um tatsächlich erlebte Sinneseindrücke.

„Ich wollte immer kreativ tätig sein“, sagt Valtiner, der in der Studienzeit für manche seiner Ideen und Konzepte belächelt worden war. Seine Abschlussarbeit hat nicht nur das Nationalpark-Besucherzentrum in Mallnitz hervorgebracht, sondern den Bau darüber hinaus zu einem Ort des persönlichen Erlebnisses für die Besucher werden lassen. „Ich habe gemeinsam mit anderen Leuten aus völlig verschiedenen Fachrichtungen das Gebäude nach einer Erlebnisdramaturgie entworfen. Wir haben weit über den gebauten Raum hinaus gedacht“, erklärt der Architekt. „Ich war und bin außerdem ein überzeugter Teamplayer. Leute aus unterschiedlichen Fachrichtungen bringen ihre jeweils eigenen Zugänge mit. Daraus kann man gemeinsam etwas Größeres entstehen lassen, das dem Einzelnen nicht gelingen könnte.“

Das Flying Theatre der V & P Rides GmbH ist inzwischen marktreif und wird in zwei Größen als „Emotion Board“ bzw. als „Emotion Cube“ angeboten. Das Projekt wurd­e nicht nur vom deutschen TÜV, sondern auch von der entsprechenden staatlichen Stelle in China zertifiziert.

Die Illustration mit sitzenden Zuschauern zeigt einen möglichen Flug durch das All.
© Valtiner, Lugger

„Wir wollen die Leute bestmöglich unterhalten, sie aus dem Trauma ihres Alltages abholen und mitnehmen auf eine Reise, die einmalig und nur im Kopf möglich ist“, sagt der Firmenchef. „Wir bieten das Eintauchen in einen Film, Kopfkino mit allen Sinnen.“

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Der technische Aufwand erforderte jahrelange Entwicklungsarbeit. Das Flying Theatre ist eine Bühne, die in einem großen Stahlkäfig aufgehängt ist und bewegt werden kann. Das Besonder­e an der Konstruktion Valtiners ist, dass die Besucher stehend und nicht sitzend in eine Filmwelt entführt werden. „Im Sitzen ruhen wir. Wenn wir stehen, ist unser Gehirn beschäftigt. Muss der Mensch Bewegungen des Bodens durch Gewichtsverlagerungen ausgleichen und nimmt er dabei zugleich Geräusche, Wind, Licht und Gerüche auf, die dem gesehenen Bild entsprechen, ist die Illusion unvergleichbar intensiver“, schwärmt Valtiner. Möglich ist beispielsweise ein virtueller Flug durch das Innenleben einer Popcorn-Maschine, die Flying-Theatre-Besucher können aber auch einen Tauchgang mit Walen oder einen Flug zum Mars erleben – stehend, wie in einer Gondel, ohne Einschränkungen der Naturgesetze ausgesetzt zu sein.

Martin Valtiner (l.) bespricht mit seinem Geschäftspartner Herbert Gall das Projekt.
© Valtiner, Lugger

„Wir arbeiten, wo es nur geht, mit Unternehmen in unserer Region zusammen“, zeigt sich Valtiner von Osttirol und Oberkärnten begeistert. „Wir haben hier so gute Leute, denen man Genauigkeit und Verlässlichkeit nicht erst abverlangen muss. Dadurch sind wir nicht nur weltweit konkurrenzfähig, sondern tatsächlich Quantensprünge voraus.“ Gefertigt wird aufgrund der erforderlichen Hallen­höhe von zehn Metern in Spittal an der Drau.

Die V & P GmbH ist nur eines von zahlreichen Osttiroler Unternehmen, die am Freitag, 6. März, um 17.30 am Campus Technik in Lienz präsentiert werden. Unter dem Titel „Innovatoren am Land – Heimliche Technologieführer aus der Innovationsregion Osttirol“ werden die Betriebe in Buchform vorgestellt.


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