Japan will wegen Coronavirus alle Schulen schließen

Japan will im Kampf gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus alle Schulen schließen. Die Maßnahme trete am Montag in Kraft und umfasst laut Premier Shinzo Abe alle Volksschulen, Mittelstufen und Gymnasien. Die Schließung soll demnach bis zum Beginn der zehntägigen Frühlingsferien Ende März gelten. Laut Abe sind die kommenden beiden Wochen entscheidend für den Kampf gegen das Virus.

Japan hat bisher acht Todesfälle gemeldet, die in Verbindung mit dem Sars-CoV-2-Virus stehen. Mehr als 900 Menschen infizierten sich. Mit mehr als 700 Infektionen entfällt der größte Teil davon allerdings auf Passagiere und Crewmitglieder des Kreuzfahrtschiffes „Diamond Princess“, das im Hafen von Yokohama nahe der Hauptstadt Tokio zwei Wochen unter Quarantäne gestanden war.

Unterdessen ist der Präsident der norditalienischen Region Lombardei, Attilio Fontana, in eine Art Quarantäne getreten. Das kündigte der 67-jährige Fontana am Mittwochabend auf Facebook an. Er hatte mit einer Corona-Infizierten eng zusammengearbeitet und setzte deshalb diesen Schritt.

Viele Italiener haben Fontana, Politiker der rechten Lega, in den vergangenen Tagen oft im Fernsehen gesehen, weil er dort über die gesundheitliche Notlage und die Infektionszahlen in der Lombardei berichtet hatte. Sichtlich berührt sagte er nun, eine sehr gute Mitarbeiterin sei positiv getestet worden. Auch er selbst und sein Team hätten daraufhin Proben für Virustests abgegeben. Die Ergebnisse seien zunächst gut, er zeige keine Zeichen für die Sars-CoV-2-Infektion.

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„Wir können unseren Kampf fortführen, um die Verbreitung der Krankheit einzudämmen“, so Fontana. Trotzdem gehe er 14 Tage in Isolation, um die anderen Mitarbeiter zu schützen.

Auch der Bürgermeister der Kleinstadt Borgonovo in der norditalienischen Region Emilia-Romagna steckte sich an. Trotz der Coronavirus-Diagnose, die er am Mittwoch erhalten habe, sei er „nicht besonders besorgt“, sagte Bürgermeister Pietro Mazzocchi. Unbehagen bereite ihm lediglich, dass er nicht wisse, wo er sich angesteckt habe. „Ich war nicht in der ‚Roten Zone‘“, sagte Mazzocchi mit Blick auf die seit Sonntag abgeriegelten Gebiete in der Lombardei und Venetien mit mehr als 50.000 Einwohnern.

Seit der Diagnose steht Mazzocchi in seinem Haus unter Quarantäne. Er sei Sonntagfrüh „mit Fieber, Gliederschmerzen und leichtem Husten aufgewacht - normale Grippesymptome“, betonte Mazzocchi. Als sein Sohn auch an Fieber erkrankt sei, habe er jedoch „die Ärzte verständigt“. Für die Dauer der Quarantäne lebten seine Frau und er in zwei verschiedenen Stockwerken ihres Hauses, sagte Mazzocchi. „Etwas Sorge und Angst“ gebe es in der Stadt. Er bereite nun eine Liste mit seinen Kontaktpersonen der vergangenen Tage vor. Dies sei ebenso „unumgänglich wie schwierig“. Er habe „Hunderte“ Menschen getroffen. Allein im Rathaus sei er täglich mit den etwa 30 Angestellten in Kontakt gewesen. Sie alle werden nun auf das Virus getestet.

Der größte italienische Herd des Ausbruchs des neuen Lungenkrankheit liegt in der Lombardei. Insgesamt überschritt die Zahl der Infizierten in ganz Italien am Mittwochabend die Marke von 400. Zwölf Menschen starben dort an der neuen Lungenkrankheit, die zuerst in China aufgetaucht war.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron warnt indes vor einer rasanten Ausbreitung des neuen Coronavirus. „Wir stehen vor einer Krise, die Epidemie kommt“, sagte der Staatschef am Donnerstag bei einem Besuch in dem Pariser Krankenhaus La Pitie-Salpetriere. Dort war in der Nacht auf Mittwoch erstmals ein Franzose gestorben, der positiv auf das Virus getestet worden war. Macron sagte bei dem Besuch in Begleitung von Gesundheitsminister Olivier Veran, die Behörden würden auf die Ausbreitung des Coronavirus „so gut wie möglich reagieren“. In den französischen Krankenhäusern kommt es seit Monaten immer wieder zu Streiks des Pflegepersonals wegen der hohen Arbeitsbelastung.


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