„Wir waren Charlie": Erinnerungen eines Überlebenden

Der Zeichner Luz überlebte den Anschlag auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“, weil er sich verspätete.

Innsbruck — „Jeder war auf andere Weise begabt? der eine politisch, der andere grafisch, der Nächste humoristisch." In „Wir waren Charlie" blickt der französische Cartoonist Luz auf seine Zeit bei Charlie Hebdo vor dem Terroranschlag auf die Satirezeitung im Jänner 2015 zurück. Auf über 300 Seiten bringt Luz, der dem Anschlag auf die Pariser Redaktion mit zwölf Toten nur knapp entkam, seine Erinnerungen an die Kollegen mit Pinsel und Feder zu Papier. Ein Buch gegen das Vergessen und eine Hommage an den Beruf des Zeichners und Karikaturisten.

Mit viel Emotion und Nostalgie zeichnet Luz, im zivilen Leben Renald Luzier, das Porträt einer Redaktion, die mit ihren Illustrationen, Karikaturen und investigativen Reportagen mit linkem Einschlag für Meinungsfreiheit und gegen Extremismus in Religion und Politik kämpft. Luz skizziert die Debatten, die explosive Arbeitsstimmung, Ängste, Siege, verlorene Kämpfe. Verneigt sich vor Kolleginnen und Kollegen: dem großen Karikaturisten Cabu zum Beispiel, oder Charb, seit 2009 Herausgeber von Charlie Hebdo. Beide starben beim Anschlag auf das Satireblatt. Luz überlebte, weil er am 7. Jänner zu spät in die Redaktion kam. Er zog es vor, an seinem 43. Geburtstag auszuschlafen. (jole)

Comic Luz: Wir waren Charlie. Reprodukt, 314 Seiten, 29,90 Euro.

TT-ePaper testen und eine von 150 Jahres-Vignetten gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.


Kommentieren


Schlagworte