Regierung präsentiert Coronavirus-Info-Kampagne

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) und Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) haben am Freitag eine Informationskampagne präsentiert, um die Bevölkerung über das neuartige Coronavirus aufzuklären. Mit Symptomen, die potenziell auf eine Infektion hindeuten, soll man für medizinische Auskünfte die Telefonnummer 1450 wählen, mit Fragen und Sorgen allgemein die Hotline unter 0800 555 621.

Mit der verstärkten Information wolle man „den Menschen Sicherheit geben, Sorgen ernst nehmen und Fragen beantworten“, sagte Nehammer. Der Innenminister verwies zugleich auf Kooperationen mit den österreichischen Medien, „um möglichst breit zu informieren“, sowie die enge Abstimmung mit Nachbarstaaten. Der Zweck aller Maßnahmen sei: „Das Virus so gut als möglich einzudämmen.“ Bisher wurden laut Nehammer in Österreich rund 760 Tests durchgeführt, fünf Fälle gelten als bestätigte Infektionen mit SARS-CoV-2, es handle sich bei solchen Zahlen aber immer um Momentaufnahmen.

Dass mittlerweile international rund 36.300 Menschen als vom Coronavirus geheilt gelten, sei eine der erfreulichen Nachrichten, sagte Anschober. Auch die Entwicklung in China lasse den Schluss zu, dass die dort gesetzten strengen Maßnahmen durchaus erfolgreich seien. Bisher 2.858 Todesfälle international und EU-weit 829 bestätigte Erkrankungen, der anhaltend starke Anstieg der Fälle in Italien sowie die Lage in Deutschland mit 48 bestätigten Fällen sei hingegen „durchaus besorgniserregend“. „Die Herausforderung für die nächsten Monate ist groß, auch in Österreich werden die Zahlen zunehmen“, betonte der Gesundheitsminister. Mit einer Strategie der Eingrenzung versuche man, die Ausbreitung zu minimieren und vor allem „Zeit zu gewinnen“.

Franz Lang, stv. Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, kündigte Ratschläge für die Organisatoren von in den nächsten Tagen und Wochen angesetzte Großveranstaltungen durch den Einsatzstab an. Ein weiterer wichtiger Punkt sei dort im Moment die Ressourcenbeschaffung sowie die Vorplanung für Bereiche wie Lebensmittelversorgung und Transportinfrastruktur. „Das sind die Themen, die wir momentan besprechen“, so Lang.

Die Stadt Wien hat indessen gemeinsam mit der Ärztekammer einen Coronavirus-Notfallplan geschmiedet, der nun in Kraft getreten ist. Ein zentraler Punkt ist die Ausweitung des Ärztefunkdienstes. Dieser wird ab sofort rund um die Uhr zu Verdachtsfällen kommen, und Abstriche für Tests durchführen. Von einem Besuch von Ordinationen und Ambulanzen wird dringend abgeraten.

Menschen mit Infektionsverdacht sollten davon abgehalten werden, Personen in einem Spital oder beim Hausarzt anzustecken, wurde in einer Pressekonferenz am Freitag betont. Entsprechende Ordinationsplakate werden ausgehängt. Wenn man unter leichten Symptomen leidet, soll man stattdessen die Hotline 1450 anrufen. Betroffene werden dann vom - personell deutlich aufgestockten - Ärztefunkdienst besucht.


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