Vorschlag für Neubau soll die Polizei in Zirl halten

Liste von BM Öfner schlägt Kombination von neuem Polizeistandort mit Wohnbau vor. Laut Polizei ist Postenschließung derzeit nicht geplant.

Auf dem Areal östlich des Zirler Musikpavillons regen BM Thomas Öfner (r.) und „Für Zirl“-Klubobmann Peter Pichler einen Neubau an, der den Polizeistandort sichern und zugleich leistbares Wohnen ermöglichen soll. Vize-BM Iris Zangerl-Walser (Zukunft Zirl – VP) kritisiert die Vorgangsweise als „parteipolitisch motiviert“.
© Domanig

Von Michael Domanig

Zirl – Die Gerüchte über eine mögliche Schließung der Polizeiinspektion (PI) Zirl – samt einer Zentralisierung am Standort Kematen – wollen nicht abreißen. Landespolizeidirektor Edelbert Kohler habe ihm zwar versichert, dass eine Schließung „derzeit nicht angedacht“ sei, erklärt BM Thomas Öfner. Endgültig vom Tisch ist sie damit aber wohl auch nicht – zumal es ein offenes Geheimnis ist, dass die Beamten in Sachen Raumbedarf mit dem jetzigen Standort in Zirl nicht zufrieden sind. Auf jeden Fall müsse man der Polizei ein Angebot für einen Alternativstandort machen, betont Öfner – wobei gewisse Anforderungen an ein neues Quartier in Zirl bestünden: So müsste dieses laut Polizei zentrumsnah und nördlich des Inns liegen und dürfte nicht näher an den Posten in Kematen heranrücken.

Gestern hat Öfners Liste „Für Zirl“ nun einen Vorschlag präsentiert, der eine Sicherung des Polizeistandorts in Zirl mit dem Dauerthema leistbares Wohnen kombinieren soll: Ein neues Mehrzweckgebäude auf dem brachliegenden gemeindeeigenen Areal am Marktplatz östlich des Musikpavillons, so die Idee, könnte im Erdgeschoß die Polizei beherbergen, dazu in zwei oder drei Obergeschoßen zehn bis 15 leistbare Wohnungen. Um den Wegfall des zum Areal gehörenden Parkplatzes zu kompensieren, sind – neben Stellplätzen für das Gebäude selbst – auch zwölf öffentliche Parkplätze angedacht.

„Für Zirl“ hat dazu bereits ein konkretes Projekt in Form einer Machbarkeitsstudie ausgearbeitet. Öfners Liste schlägt eine Ausschreibung unter gemeinnützigen Bauträgern vor, denen ein Baurecht eingeräumt werden könnte. „Die Gemeinde würde hier als Grundeigentümerin am Steuer sitzen“, so Öfner, zugleich biete ein Neubau „alle Möglichkeiten einer Gestaltung im Sinne der Polizei“. Der Vorschlag wurde gestern an die Landespolizeidirektion übermittelt, ebenso als „Diskussionsgrundlage“ an alle Zirler Fraktionen. Er soll nun im Raumordnungsausschuss behandelt werden.

„Verärgert und überrascht“ über die Vorgangsweise von Öfner „als Zirler SPÖ-Chef“ zeigt sich Vize-BM Iris Zangerl-Walser (Zukunft Zirl – VP). Nach „monatelanger Blockade“ trete die SPÖ nun die „Flucht nach vorn“ an und „missbraucht das Thema Polizei parteipolitisch“. Dabei habe man mit Öfners Liste bisher gut zusammengearbeitet: „Das ist offensichtlich nicht mehr erwünscht.“ Ob das Areal östlich des Musikpavillons, das früher auch einen schönen Park samt Brunnen und Spielplatz umfasst habe, für eine Bebauung geeignet sei, ist für Zangerl-Walser fraglich. Sie selbst sei in der Frage eines möglichen neuen Quartiers für die Polizei schon länger aktiv, man habe drei bis vier mögliche Standorte im Auge. „Wir haben das bewusst nicht parteipolitisch verwendet“, sagt Zangerl-Walser.

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„Von unserer Seite gibt es aktuell keine Pläne, was die PI Zirl angeht“, stellt Landespolizeidirektor Edelbert Kohler auf TT-Anfrage klar – „vorbehaltlich anderer Entwicklungen“, die derzeit nicht absehbar seien. Den Vorschlag von BM Öfner, den er inhaltlich noch nicht kenne, werde man prüfen. Kohler merkt aber an, dass es für einen möglichen neuen Polizeistandort u. a. auch entsprechende Ausschreibungen sowie eine Genehmigung seitens des Innenministeriums brauche. Durch das wachsende Aufgabenspektrum sei in Polizeiinspektionen „immer Platzbedarf“ gegeben, ergänzt Kohler, auch für Zirl gelte, „dass man sicher mehr Platz bräuchte“.


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