Zillertaler Steudltenn-Festival: Der King sucht das Paradies

Das Zillertaler Steudltenn-Festival feiert heuer seinen zehnten Geburtstag.

Lothar Gregers „Mein Freund Kurt“ stand schon beim ersten Steudltenn-Theater auf dem Spielplan. Heuer ist eine Neuinszenierung angesetzt.

Uderns – Alles begann mit einer Generalprobe. Vor mittlerweile elf Jahren probte Hakon Hirzenberger in einem gut 700 Jahre alten Heustadl in Uderns Lothar Gregers Stück „Mein Freund Kurt“. Die Premiere ging wenig später im Waldviertler Hoftheater über die Bühne. Doch die Idee, künftig auch in Uderns professionelles Theater zu machen, war geboren. Im Jahr darauf fand dort das erste von Hirzenberger und Bernadette Abendstein gegründete Steudltenn-Festival statt. Erneut stand „Mein Freund Kurt“ auf dem Spielplan.

Nun, zum 10. Geburtstag des Festivals, kehrt das Stück in den Stadl zurück. „Runderneuert“, wie Hirzenberger sagt. Der gebürtige Tiroler Greger hat seine tiefschwarze Komödie – es geht, ähnlich wie beim Brandner Kaspar, um die (Über-)Lebenslust im Angesicht des Todes – überarbeitet. Auch die Besetzung – auf der Bühne wird unter anderem Klaus Rohrmoser stehen – ist neu. Premiere ist am 3. Juni.

Erstmals gibt es in der Jubiläumsspielzeit ein übergeordnetes Motto: „Die Suche nach dem Paradies ist gewissermaßen die dramaturgische Klammer des Festivals“, sagt Hakon Hirzenberger. In Uderns soll sich das Paradies ab dem 15. April aber auch finden lassen: Auf dem Festivalgelände wird die Freiluftinstallation „Paradiesgarten“ entstehen. Gebaut wird sie aus Hanfbeton, einem natürlichen Werkstoff, der CO2 bindet. Nachhaltigkeit bleibe eines der zentralen Themen des Festivals, sagt Hirzenberger. 2019 wurde Steudltenn als bislang einzige Tiroler Kulturinitiative mit dem „Green Event Tirol Star“ ausgezeichnet.

Ein Star, der nachhaltig wirkte – aber früh verglühte –, war Elvis Presley. Bereits 1999 hat Hakon Hirzenberger mit Rupert Henning das Musiktheaterstück „Graceland“ über die letzten Stunden des „King of Rock’n’Roll“ geschrieben. Am Staatstheater Saarbrücken kam es einst erfolgreich zur Uraufführung. Schon damals mit Sven Sorring als Elvis. Beim heurigen Steudltenn-Festival nimmt Sorring den Part wieder auf. Als österreichische Erstaufführung ist „Graceland“ ab 8. Mai zu sehen.

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Nahmhaft besetzt ist auch eine zweite heimische Erstaufführung: Peter Simonischek und Brigitte Karner präsentieren Antoine Jaccouds „Auf dem Schlachthof“ als szenische Lesung. Das Zweipersonenstück wird die Steudltenn-Jubiläumsausgabe am 5. Juli beschließen. Davor stehen mit „Die Weinprobe“ (ab 23. April) und den Kinderstücken „In 80 Tagen um die Welt ohne CO2“ (ab 15. April) und „Nelson und die Zeitmaschine“ (ab 16. Juni) zwei weitere Eigenproduktionen auf dem Programm. Auch die in Innsbruck bereits gespielten Produktionen „Wolf“ (Theater Praesent) und „Frederick“ (Theater Melone) ziehen ins Zillertal weiter.

Ein ganz besonderes Debüt steht gleich zum Festivalstart auf dem Programm: Mit „Keiner von euch“ hat Felix Mitterer mit 72 Jahren seinen ersten Roman geschrieben. Er präsentiert ihn am 18. April. (jole)

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