Plötzlich unter Coronaverdacht: Wie sich ein Tiroler dabei fühlte

Nach Arbeiten im Haus der italienischen Corona-Patientin (24) war für die Monteure am Faschingsdienstag Schluss mit lustig.

Der Arbeitsplatz der Italienerin, einer Studentin wurde kurzzeitig abgeriegelt: Die 24-Jährige arbeitet nebenbei im Hotel Europa.
© Thomas Boehm / TT

Innsbruck – Plötzlich mittendrin im Corona-Wirbel: Wie sich das anfühlt, mussten ausgerechnet am Faschingsdienstag die Mitarbeiter einer Innsbrucker Installationsfirma erleben. Der Grund: Montagearbeiten im Innsbrucker Gebäude, in dem die Corona-infizierte Studentin aus Italien wohnt. Kaum wurde die 24-Jährige am Dienstag als erste Covid-19-Patientin Tirols identifiziert, erhielt der Chef der Firma einen Anruf von der Polizei: „Ich erfuhr gegen 14 Uhr, dass meine Mitarbeiter und ich Verdachtsfälle seien und uns für den Amtsarzt zur Verfügung halten sollen. Zunächst dachte ich an einen Faschingsscherz.“ Das war aber kein Witz.

Und auch keine gute Nachricht für den Chef und seine sechs Monteure. Anstatt den freien Nachmittag für Freizeitaktivitäten oder ein bisschen Fasching zu nutzen, hieß es jetzt in der Firma bleiben. Dazu kam, dass so manche Partnerin die Quarantäne-Geschichte der Männer zunächst nicht so recht glauben wollte. „Wir haben halt in der Firma in der Valiergasse das eine oder andere Bier getrunken und Karten gespielt“, schildert der Chef den weiteren Verlauf des Nachmittags.

Ein Nachmittag, der sich bis in den späten Abend zog: So lange mussten die Männer warten, bis sich der Amtsarzt endlich ankündigte. Der Grund für die Verzögerung: Inzwischen hatte sich herausgestellt, dass die erkrankte Studentin auch als Rezeptionistin im Hotel Europa am Innsbrucker Hauptbahnhof arbeitet. In der Folge riegelten die Einsatzkräfte das Hotel ab. Alle Mitarbeiter und Gäste, die mit der Italienerin zu tun hatten, wurden untersucht und getestet. Das dauerte einige Zeit.

Als der Amtsarzt schließlich bei den Installateuren in der Valiergasse eintraf, war der Aschermittwoch nicht mehr weit. „Gegen 23 Uhr wurden bei uns die Abstriche gemacht“, erzählt der Chef. Da keiner Krankheitssymptome aufwies, wurden die Männer im Anschluss endlich nach Hause entlassen.

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Am Aschermittwoch löste sich dann der Corona-Verdacht endgültig in Wohlgefallen auf. Den Monteuren wurde mitgeteilt, dass die Ergebnisse der Tests allesamt negativ waren. (tom)

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