Zahl der Coronavirus-Fälle in Österreich steigt

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Personen in Österreich ist bis Samstagvormittag auf insgesamt neun gestiegen. Vier Covid-19-Erkrankte gab es in Wien, je zwei in Tirol und Niederösterreich und einen in der Steiermark. Österreichweit wurden bereits 1.649 Tests durchgeführt. Zuletzt wurden am Samstag die Fälle einer Steirerin und eines niederösterreichischen Paares bekannt.

„Wir haben damit gerechnet dass es so kommen wird und wir zunehmend weitere Fälle erhalten“, sagte Brigitte Zarfl, Ex-Gesundheitsministerin und Spitzenbeamtin im Gesundheitsministerium, bei einer Pressekonferenz von Mitgliedern des Einsatzstabes am Samstag in Wien. „Die Strukturen arbeiten sehr gut“, betonte die Sektionsleiterin im Sozialministerium. Auch die Landessanitätsbehörden würden „sehr gut und sehr rasch arbeiten mit dem Identifizieren allfälliger Kontaktpersonen“.

Das in Niederösterreich positiv getestete Ehepaar hatte Kontakt zum Sohn einer in Wien hospitalisierten Familie. Bei dieser sind neben den Eltern auch der Sohn erkrankt, die Tochter wurde negativ getestet ist. Laut Zarfl war das Paar „im Bildungsbereich tätig“. In diesem Fall ist der Patient 0 bekannt - der zuerst erkrankte Familienvater war in die Lombardei gereist. Im Fall eines 72-Jährigen in Wien schwer erkrankten Corona-Patienten wird nach der Ansteckungsquelle weiter gesucht. Der Anwalt war vor der positiven Testung bereits zehn Tage im Spital wegen Grippe behandelt worden.

Am Freitag hatten die Behörden Verordnungen und Erlässe für österreichweit einheitliches Vorgehen zum Coronavirus erlassen. Bei Verdachtsfällen finden „umfangreiche Umfelderhebungen statt“, sagte Einsatzstab-Mitglied und Cobra-Chef Bernhard Treibenreif. Diese werden von Polizisten durchgeführt. Kontaktpersonen von bestätigten Covid-19-Fällen werden in Heimquarantäne abgesondert. Diese Bescheide werden ebenso von der Exekutive zugestellt, erklärte Treibenreif. Alle betroffenen Personen „waren bisher sehr kooperativ“, betonte der Generalmajor.

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Laut Zarfl befinden sich 38 Personen in Heimabsonderung. Zu den operativen Abläufen sagte Zarfl, dass „grundsätzlich alle Maßnahmen unter der Hochheit der Landesgesundheitsbehörden durchgeführt werden“ und „wenn es als erforderlich erachtet wird, die Exekutive angefordert wird“.

Der Einsatzstab im Innenministerium ist rund um die Uhr tätig. „Gestern gingen Informationen an die Landeseinsatzstäbe zum Umgang mit Veranstaltungen“, sagte Treibenreif. Absagen stehen in Österreich zumindest vorerst nicht im Raum.

Mit Symptomen, die potenziell auf eine Infektion hindeuten, soll man für medizinische Auskünfte die Telefonnummer 1450 wählen, mit Fragen und Sorgen allgemein die Hotline unter 0800-555-621.

Ungeachtet erster bestätigter Infektionen bleiben die Österreicher gelassen. Nur 15 Prozent sind wegen der aktuellen Situation „sehr besorgt“, weitere 34 Prozent „eher besorgt“. Das hat eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts „Unique Research“ ergeben, die im Auftrag des Nachrichtenmagazins „profil“ durchgeführt wurde (500 Befragte). Die Hälfte der Österreicher ist demnach mehr oder weniger unbeeindruckt. 37 Prozent sind „weniger besorgt“, 13 Prozent „gar nicht besorgt“.


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