Waffenruhe mit Taliban soll in Afghanistan ausgedehnt werden

Nach der Unterzeichnung eines historischen Abkommens zwischen den USA und den radikalislamischen Taliban soll die vorangegangene einwöchige Teil-Waffenruhe in Afghanistan nach Angaben von Staatschef Ashraf Ghani ausgedehnt und verstetigt werden. „Die Verringerung der Gewalt wird fortgesetzt mit dem Ziel, einen vollständigen Waffenstillstand zu erreichen“, sagte Ghani am Sonntag in Kabul.

Das habe der Kommandant der NATO- und US-Truppen in Afghanistan, General Scott Miller, den Taliban gesagt. Es werde daher eine Fortsetzung der Teil-Waffenruhe „erwartet“, sagte Ghani.

Ghani stellte am Sonntag allerdings einen zentralen Punkt des Abkommens zwischen den USA und den Taliban in Frage. „Es gibt keine Zusage, 5.000 Gefangene freizulassen“, sagte der afghanische Präsident mit Blick auf inhaftierte Taliban. Über solche Freilassungen zu entscheiden, komme nicht den USA zu, sondern sei „das Recht“ des afghanischen Volkes.

Solche Schritte könnten daher „auf die Agenda von innerafghanischen Gesprächen aufgenommen werden, aber keine Vorbedingung für Gespräche sein“, machte Ghani deutlich. Damit zeichnen sich schwierige direkte Verhandlungen zwischen der Regierung in Kabul und den Taliban ab.

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In dem Abkommen mit den USA werden die Taliban aufgefordert, bis zu tausend Gefangene freizulassen. Die Regierung in Kabul soll demnach bis zu 5.000 Gefangene aus der Haft entlassen.

Die USA und die Taliban hatten am Samstag in Doha ein historisches Abkommen unterzeichnet, das auch innerafghanische Friedensgespräche möglich machen soll. Der Text sieht vor, dass die USA über die kommenden Monate ihre Truppenstärke in Afghanistan zunächst von rund 13.000 auf 8.600 reduzieren.

Im Gegenzug sollen die Taliban Garantien abgeben, dass sie das Terrornetzwerk Al-Kaida und die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bekämpfen sowie Friedensverhandlungen mit der afghanischen Regierung in Kabul beginnen. Sollten sich die Taliban an das Abkommen von Doha halten, wollen die USA und ihre Verbündeten demnach binnen 14 Monate alle Truppen aus Afghanistan abziehen. US-Präsident Donald Trump will sich nach eigenen Angaben „in nicht so ferner Zukunft“ mit führenden Taliban-Vertretern treffen.

Die Taliban bezeichnen die afghanische Regierung als Marionettenregierung und haben sich daher bisher geweigert, mit ihr direkt über einen Frieden zu verhandeln. Das Abkommen mit den USA zeichnet diesen Weg nun aber vor. Die vor knapp zwei Wochen verkündete Wiederwahl Ghanis hat Washington bisher nicht offiziell anerkannt.


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