Iraks designierter Premier bei Regierungsbildung gescheitert

In der anhaltenden politischen Krise im Irak ist der designierte Regierungschef Mohammed Taufik Allawi bei der Bildung einer neuen Regierung gescheitert. Er trete von seinem Posten als designierter Ministerpräsident zurück, teilte Allawi am späten Sonntagabend laut der Nachrichtenagentur INA mit. Allawi hatte es nicht geschafft, seinem Kabinett den nötigen Rückhalt im Parlament zu sichern.

Allawi warf nicht näher benannten politischen Gruppen vor, seine Bemühungen behindert zu haben. „Ich habe mit allen möglichen Mitteln versucht, unser Land vor einem Abrutschen in das Unbekannte zu bewahren und das derzeitige Problem zu lösen“, sagte Allawi laut INA. Einige seien in den Verhandlungen aber nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht gewesen, ohne auf die nationalen Anliegen des Irak zu achten.

Der Irak steckt seit Monaten in einer politischen Krise. Im Oktober vergangenen Jahres waren massenhafte Proteste im Land ausgebrochen. Sie richten sich gegen ausufernde Korruption und gegen die politische Elite. Bei den Protesten kamen nach Angaben von Menschenrechtlern mehr als 460 Menschen ums Leben, Tausende wurden verletzt.

Als Allawis mit der Regierungsbildung beauftragt wurde, weckte die Hoffnungen, dass die Krise sich entspannen könnte. Nach seiner Ernennung hatte der einflussreiche schiitische Geistliche Muqtada al-Sadr zum Ende der Straßenblockaden im Irak aufgefordert. Mit Allawis Rücktritt muss Präsident Salih laut Verfassung jetzt Verhandlungen beginnen, um den Posten innerhalb von 15 Tagen neu zu besetzen.

TT-ePaper testen und eine von drei Gasser Tourenrodeln gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Die TT verlost drei Gasser Tourenrodeln und 50 Thermosflaschen

Kommentieren


Schlagworte