Cleane Konzepte von Martina Steckholzer in der „neuen“ Stadtgalerie Brixen

Martina Steckholzer in Brixen: Minimalistische Malereien machen den Raum zum schnörkellosen Parcours.

Zurückhaltend, ruhig, clean: Martina Steckholzers Arbeiten lenken Blickachsen in der „neuen“ Stadtgalerie Brixen.
© Leonhard Angerer

Brixen – Hier muss man sich um die Kunstwerke herumschlängeln. Martina Steckholzer ermöglicht Besucherinnen und Besuchern ihrer aktuellen Ausstellung in der Stadtgalerie Brixen neue Ansichten ihrer Kunst: Sieben Leinwände der Serie „A Lent“ (2018) werden umgangen wie Skulpturen. Nicht nur die fein strukturierte Bildfläche, sondern auch das Dahinter wird erstmals bei Steckholzer sichtbar.

Die Ausstellung, kuratiert von der langjährigen Leiterin des Innsbrucker Kunstraums, Karin Pernegger, ist ein Parcours. Die heute in Wien lebende Sterzinger Künstlerin, die Pernegger in ihrer Funktion als Leiterin der Stadtgalerie Schwaz schon zeigte, übersetzt Blickachsen in Bildsprache – das verrät schon der Ausstellungstitel „Painting Corridors“. In geometrischem Schwarz-Weiß werden Sichtachsen absichtlich verstellt. Der Blick ruht auf der angenehm klaren Ausstellungsarchitektur und dem ruhigen, cleanen Malereikonzept.

Es ist die erste Schau in der Stadtgalerie Brixen, die seit Anfang 2020 als neuer Ort für Gegenwartskunst für drei Jahre vom Südtiroler Künstlerbund bespielt wird. Drei Ausstellungsmacher bearbeiten drei Ausstellungsjahre – 2021 wird Pernegger von Elisa Barison abgelöst.

Steckholzers Malerei reagiert in Brixen auf den Raum und bietet Zugänge für Musik: Im Rahmen der Eröffnung vertonte Komponistin Katharina Roth die großformatige Werkgruppe. Auch hier verweist der Titel der Serie bereits auf die Nähe der Malereien zur Musik: Abgeleitet wurde „A Lent“ von den Kompositionsangaben des verlangsamten Spiels bei Maurice Ravels Sonate für Violine und Violoncello „A la mémoire de Claude Debussy“.

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Wie die Betrachterinnen und Betrachter durch den Raum wandern, wanderte auch Roths musikalische Improvisation den schnörkellosen Parcours ab. Mit dem entstandenen Ton- und Videomaterial soll jetzt ein weiterer Zyklus von Steckholzer und Roth entstehen. Pernegger setzt derweil weiter auf Eingriffe in den Raum: Die nächste Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit dem Innsbrucker Architekturkollektiv columbosnext. (bunt)


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