Erwartungen übertroffen: Rodeln vom Gaislachkogel kommt an

Gemeinde Sölden, Ötztal Tourismus und Bergbahnen Sölden haben mit der neuen Rodelbahn vom Gaislachkogel ein Drei-Mio.-Euro-Infrastrukturprojekt umgesetzt, das schon jetzt die Erwartungen übertrifft.

Rodeln vom Gaislachkogel (ab der Mittelstation) schlägt voll ein: Mit 100.000 Fahrten pro Saison wird gerechnet.
© Rudi Wyhlidal

Von Thomas Parth

Sölden – Der Sölder Gaislachkogel ist nicht nur Skifahrern, Wanderern oder Feinschmeckern (Restaurant Ice Q) sowie James-Bond-Fans (007-Elements-Museum), sondern mittlerweile auch Mountainbikern und Rodlern bekannt. Oder wie es Hansjörg Posch, bis zum 1. Februar langjähriger Prokurist der Bergbahnen Sölden, formulierte: „Der Gaislachkogel ist aus touristischer Sicht ein multifunktionaler Berg.“

Über drei Jahre lang wurde an der neuen Rodelbahn mit 7,3 Kilometern Länge und einem optimalen Durchschnittsgefälle zwischen 12 und 15 Prozent gefeilt. „Ötztal Tourismus und Gemeinde Sölden tragen die eine Hälfte und die Bergbahnen Sölden die andere Hälfte der Investitionssumme“, weiß Dominik Linser, Ötztal-Tourismus-Ortsstellenleiter in Sölden. „Die Kosten betragen gut drei Millionen Euro“, bestätigt Bergbahnen-Sölden-Geschäftsführer Walter Siegele.

Dass es sich bei der Rodelbahn um keinen Forstweg handelt, der am Ende zu einer Rodelbahn umfunktioniert wurde, zeigen auch die Sicherheitsmaßnahmen. Die Rodelbahn betritt man durch einen Tunnel, der unter der Skipiste hindurchführt und Skifahrer von Rodlern trennt. An Gefahrenstellen wurden Sicherheitszäune oder Fangnetze errichtet. Täglich wird die Rodelbahn präpariert. „Die Breite des Fahrweges und das Gefälle wurden so gestaltet, dass die Rodelbahn als familienfreundlich angesehen werden kann. Damit ist sie weit mehr als eine Ergänzung zum Skibetrieb“, weiß Linser. Die Gemeinde hatte besonders am Beginn der Arbeiten mit der nicht ganz einfachen Trassierung zu kämpfen. Grundeigentümer sowie Naturschutz waren einzubinden, wobei sich anfängliche Bedenken wie erhöhte Lärmentwicklung durch Rodelgäste rasch zerschlagen haben. „Uns freut es, dass wir viel positives Feedback – von Einheimischen wie Gästen – bekommen. Heuer werden noch die letzten Rekultivierungsmaßnahmen gesetzt“, bestätigt Söldens Bauamtsleiter Franz Josef Fiegl.

Von Beginn an zählte man durchschnittlich 1000 Fahrten täglich mit dementsprechenden Spitzen während den Hochsaisontagen rund um Weihnachten. Immer mittwochs laden die Bahnen zum Nachtrodeln auf der zur Gänze beleuchteten Strecke. „Dass das Konzept dermaßen einschlägt, hat viele überrascht“, weiß Linser, der sich an den erfolgreichen Saisonstart erinnert: „Der Rodelverleih der Sportgeschäfte rund um die Talstation boomt, sodass weitere Rodeln geordert werden mussten.“

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Während der Sommermonate planen die Bergbahnen Sölden, die Strecke fürs Wandern und Radfahren nutzbar zu machen. „Wobei die Mountainbiker dies als Aufwärtsstrecke, also ,uphill‘, nutzen sollen“, resümiert Siegele zufrieden.


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