Anglerrevier ohne Pflege gibt es nicht: Landecker fordern Unterstützung

Fischereifunktionäre des Bezirkes zeigten unerfreuliche Zustände der Gewässerökologie auf. Bessere Unterstützung des Landes gefordert.

Die Bachforelle gäbe es nicht mehr im Inn, würden die Fischer nicht regelmäßig mit gezielten Besatzmaßnahmen nachhelfen.
© Beate Hauser

Landeck – Heimische Fischarten in Tirols Bächen, Flüssen und Seen sind vom Aussterben bedroht. Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen diesen Befund.

Dass sich die Situation im Bezirk Landeck – am Inn – trotz Schwallbetriebes noch etwas besser darstellt als von Imst abwärts, sei ausschließlich engagierten Petrijüngern aus der Region zu verdanken. Dieses Lob kam kürzlich vom Limnologen Zacharias Schähle, Geschäftsführer des Tiroler Fischereiverbandes, bei der Bezirksversammlung des Landecker Revierausschusses.

Sollte sich aber an der Qualität des Lebensraums nichts ändern bzw. keine Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerökologie gesetzt werden, dann sehe es für die Zukunft sehr schlecht aus. Ohne Besatzmaßnahmen gäbe es weder die Äsche noch die Bachforelle. „Der Schwallbetrieb und die Verschlammung machen eine natürliche Reproduktion unmöglich“, sagte der Experte. Hochwasser und Muren würden der Fischpopulation zusätzlich Schäden bescheren.

Dem Engagement von Bezirksobmann Franz Siess und seinem Stellvertreter Andreas Egger verdanke der Fischereibezirk „eine positive Entwicklung trotz schwieriger Rahmenbedingungen“. Zum Äschen- und Bachforellenprojekt berichteten die beiden: „Von 53.000 Jungäschen, die aus Züchtungen in Pfunds und Prutz kommen, werden heuer 23.200 Stück in die Oberländer Reviere ausgesetzt.“ Beim Bachforellenprojekt, bei dem ausschließlich die Tiroler Urforelle verwendet wird, kommen 9600 Stück in 15 Revieren zum Besatz.

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Dazu ist zu sagen, dass die Fischer seit Jahren keine Äschen mehr angeln. Auch Bachforellen werden großteils geschont. Entnahmefisch ist fast ausschließlich die Regenbogenforelle.

Sauer stößt Obmann Siess die Höhe der finanziellen Unterstützung durch das Land Tirol auf. 19.000 Euro seien es für die gesamte Fischerei in Tirol. 4000 Euro davon gebe es für die 19 Reviere im Bezirk Landeck. 2000 Euro davon gehen in den Urforellenbesatz, lediglich 2000 Euro würden für Maßnahmen nach Murenschäden übrig bleiben. Die jüngsten Muren im Kaunertal oder bei Strengen hätten katastrophale Folgen, die man noch jahrelang spüre.

Auf zusätzliche Information und Sensibilisierung der Tiroler Bevölkerung setzt Zacharias Schähle. Über Social Media will man aufklären, dass das Ökosystem Inn „einen unvergleichlichen Lebensraum für Mensch und Tier“ darstelle. (hau)


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