„Super Tuesday“: Drei fast 80-jährige weiße Männer machen es sich aus

Sanders, Biden oder Bloomberg treten für die US-Demokraten an. Der linksgerichtete Sanders (78) geht als Favorit in den Abstimmungsreigen, an dem 14 Bundesstaaten teilnehmen.

Bloomberg, Sanders und Biden (von links) sind allesamt älter als der 73-jährige Amtsinhaber Donald Trump.
© AFP

Von Floo Weißmann

Washington – Der heutige „Super Tuesday“ kann bereits eine Vorentscheidung im Vorwahlkampf der US-Demokraten bringen. Der linksgerichtete Senator Bernie Sanders (78) geht als Favorit in den Abstimmungsreigen, an dem 14 Bundesstaaten teilnehmen. Alleine heute werden 34 Prozent aller Delegierten für den Nominierungsparteitag im Juli vergeben. Umfragen lassen erwarten, dass Sanders die beiden größten Bundesstaaten Kalifornien und Texas gewinnt und auch in anderen Staaten Delegierte sammelt.

Beim moderaten Parteiflügel bahn sich eine Konsolidierung an. Der Kleinstadt-Bürgermeister Pete Buttigieg, der den Vorwahl-Auftakt in Iowa überraschend gewonnen hatte, gab in der Nacht auf Montag auf. Er konnte seine Basis – vorwiegend bessergestellte Weiße – offenkundig nicht verbreitern und sah deshalb keinen Weg mehr, Präsidentschaftskandidat zu werden.

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Das erhöht die Chancen von Joe Biden (77), sich wieder zum Frontmann der Sanders-Gegner bei den Demokraten zu machen. Biden gewann am Samstag in South Carolina fast zwei Drittel der Stimmen der Schwarzen, was ihn heute in einem halben Dutzend Südstaaten mit ähnlicher Bevölkerungsstruktur zum Favoriten macht. Allerdings gibt es dort weniger Delegierte zu holen als in Kalifornien und Texas.

Ob und wie weit sich Sanders von Biden absetzen kann, hängt wesentlich von Michael Bloomberg (78) ab. Der New Yorker Ex-Bürgermeister hat die ersten vier Vorwahl-Staaten ausgelassen und steigt heute erstmals ins Rennen ein. Auch er wirbt um die Stimmen moderater Demokraten und hat sich mit einer 200 Mio. Dollar teuren TV-Kampagne zuletzt auf den dritten Platz in den Umfragen katapultiert.

Kritiker meinen, Bloomberg solle sich lieber zurückziehen und Biden unterstützen, wenn es ihm tatsächlich darum gehe, einen moderaten Demokraten gegen Präsident Donald Trump aufzustellen. Rein finanziell könnte der Multimilliardär allerdings locker bis zum Parteitag ­weitermachen.

Bereits abgeschlagen sind die drei im Rennen verbliebenen Frauen. Laut den Umfragen dürfte einzig die Senatorin Elizabeth Warren heute in einzelnen Staaten Achtungserfolge feiern und nennenswert Delegierte sammeln. Die Bewerbungen ihrer Senatskollegin Amy Klobuchar und der Abgeordneten Tulsi Gabbard hingegen stehen höchstwahrscheinlich vor dem Aus.

Indessen steigt das Risiko, dass in den Vorwahlen niemand auf eine absolute Mehrheit an Delegierten kommt. Den Demokraten droht in diesem Fall eine Zerreißprobe. Sanders hat bereits gefordert, dass der Parteitag automatisch den Bewerber mit den meisten Delegierten wählen solle – in der Erwartung, dass er das selbst sein wird.

Biden hingegen erklärte, er würde als Zweiter versuchen, Delegierte der übrigen Bewerber für sich zu gewinnen, um auf eine Mehrheit zu kommen. Laut den Parteitags-Statuten sind die Delegierten nach der ersten Abstimmung nicht mehr an das Ergebnis der Vorwahl in ihrem Bundesstaat gebunden.

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