Starkbieranstich in Vils: „Elvira“ ließ bei Büttenrede keinen Seitenhieb aus

Der traditionelle Starkbieranstich in Vils war ganz nach dem Geschmack des Publikums. Es wurde wieder ordentlich gelästert und viel gelacht.

„O’zapft“: Bürgermeister Manfred Immler, Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann und EU-Abgeordnete Barbara Thaler (v. l.) beim Bieranstich.
© Nikolussi

Von Hans Nikolussi

Vils – Sie könne da leider nicht aus dem Nähkästchen plaudern. Es sei lediglich eine Namensgleichheit mit seiner Raumpflegerin, ließ Elvira beim schon traditionellen Starkbieranstich in Vils Tirols Wirtschaftskammerpräsident Christoph Walser wissen. So kam der im Gegensatz zu manchem anderen bei der traditionellen Büttenrede recht glimpflich davon. Im bis auf den letzten Platz gefüllten Stadtsaal lauschten Vertreter aus Politik und Kultur den verbalen Rundumschlägen von Putzfrau Elvira, hinter der wieder einmal Renate Thurner steckte. Weder die Abgewatschten noch die bestens unterhaltenen Zuschauer sollten ihr Kommen bereuen. Den Bieranstich mit dem Starkbier der heimischen Brauerei übernahmen Bürgermeister Manfred Immler, Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann und EU-Abgeordnete Barbara Thaler.

Renate Thurner alias „Elvira“ lieferte ein Pointenfeuerwerk.
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Mit seinen bekannt lustigen Gedichten im Dialekt sorgte der Ex-Bürgermeister von Heiterwang, Rudolf Fröhlich, für lautstarkes Gelächter und Schenkelklopfen. Ein „cooler Haufen mit nur einer Probe“, wie der Bürgermeister seine Theatergruppe betitelte, sorgte dann mit Sketchen für weitere Hochstimmung im Saal.

„Hier saufen auch die Amateure“, zitierte eine bitterböse Reinigungsfachfrau dann Harald Juhnke, verwies aber gleichzeitig auf die „Schlossgold-Party“ von Schretter & Cie, wo es nur alkoholfreien Gerstensaft gab. Für manch einen Politiker hatte Elvira einen guten Rat. So sollte sich doch Bürgermeister Luis Oberer ein Beispiel am Musauer Bürgermeister Sieghard Wachter nehmen, der wisse, wie man seinen Vize loswerden würde. Der Landtagspräsidentin attestierte sie Umweltbewusstsein. Die habe das Rauchen aufgegeben und dampfe nur noch, stellte sie fest. Wie man sich wenig erfolgreich gegen den Stau in Reutte engagieren könne, bestätigte sie Kaufmannschaftsobmann Christian Senn. Am „Tag der Deutschen Einheit“ im Allgäu 200.000 Flugblätter mit einer Einladung nach Reutte zu verteilen und sich dann über den Verkehr auszulassen, grenze schon an Realitätsverweigerung, meinte sie bissig. Der neuen Amtsleiterin, die sich gleich in der ersten Arbeitswoche den kleinen Finger gebrochen hatte, empfahl sie vorsichtigeres Vorgehen, um nicht in Richtung Invalidität abzudriften.

Die Gäste erlebten einen vergnüglichen Abend, die Musik dazu lieferten Alp-Fuir. Die Einnahmen kommen dem Sozialfonds der Stadtgemeinde Vils zugute.

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