Siebente Runde der KV-Verhandlungen für Sozialwirtschaft

Die Kollektivvertragsverhandlungen in der Sozialwirtschaft Österreich (SWÖ) sind am Montagnachmittag in die siebente Runde gegangen. Die Arbeitgeber starteten mit einem neuen Angebot, mit dem man dem Gegenüber in Sachen Arbeitszeitverkürzung entgegenkommen will, in die Gespräche. Die Arbeitnehmer hofften auf Taten statt Worte. Die Gemeinsamkeit: Beide Seiten würden eine baldige Einigung begrüßen.

SWÖ-Verhandlungsführer Walter Marschitz kündigte kurz vor dem Treffen eine Annäherung an die Arbeitnehmer an. „Wir gehen ihnen in Sachen Arbeitszeitverkürzung einen Schritt entgegen“, sagte er. Seinem Empfinden nach müsste das neue Angebot ein Weg sein, um die Verhandlungen zu einem guten Ende bringen zu können.

Die Gewerkschaften hätten das Thema der 35-Stunden-Woche - ihrer einzigen Forderung in den KV-Verhandlungen - so hoch gespielt, dass man nicht mehr daran vorbeikomme, so Marschitz. Die Arbeitgeber hätten nun zwei Wochen intensiver Beratungen hinter sich. Mit dem neuen Angebot könnte ein Kompromiss möglich sein, erwartet der SWÖ-Verhandler. „Aber viel mehr ist nicht drin“, zeigte er auch Grenzen des Bewegungsspielraums auf. Ganz klar machte er aber, dass er eine baldige Einigung anstrebt. „Wir wollen Richtung Abschluss gehen“, sagte er am Montag.

Aufseiten der verhandelnden Gewerkschaften erhoffte man sich nicht nur Ankündigungen, sondern Konkretes. „Jetzt wird es Zeit, dass den Worten Taten folgen“, sagte Michaela Guglberger, Verhandlerin für die Gewerkschaft vida. Sie habe den Eindruck, dass die Arbeitgeber sich erst suchen und finden müssen. Ob das mittlerweile mit einer einheitlichen Position passiert sei, konnte sie vorerst nicht sagen.

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Eva Scherz, Verhandlerin für die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA-djp), erwartete sich vor Beginn der siebenten Runde ebenfalls ein Angebot zur Arbeitszeitverkürzung. „Die Zeit für gemütliche Gespräche ist jetzt vorbei“, sagte sie. Dass es ein gutes Angebot geben solle, würden die Arbeitnehmer jetzt schon zum siebenten Mal hören, beklagte sie. „Es ist Zeit, Nägel mit Köpfen zu machen“, so Scherz.

Die Verhandlungen laufen bereits seit Ende November. Die Arbeitnehmer fordern eine Arbeitszeitverkürzung von 38 auf 35 Stunden pro Woche bei vollem Lohnausgleich. Die Arbeitgeber argumentierten bisher mit den begrenzten finanziellen Mitteln und mit einer befürchteten Verschlimmerung des Personalmangels im Pflegebereich dagegen. In den letzten Wochen fanden zahlreiche Streiks der Gewerkschaften statt, deren Fortsetzung bei einem Scheitern der heutigen Verhandlungen erneut in Aussicht gestellt wurde.


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