Insgesamt 18 Infektionen mit dem Coronavirus in Österreich

In Österreich haben sich mit Stand Montagabend insgesamt 18 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Die jüngsten Fälle wurden aus der Steiermark gemeldet. Dort wurden zwei weitere Personen positiv auf das Coronavirus getestet, teilte das Land Steiermark am Abend mit. Rund 350 Personen befinden sich in Österreich aktuell in behördlicher Absonderung, meist in Heimquarantäne.

Bei den Neuinfektionen handelt es sich um einen 43-jährigen Grazer und eine 59-Jährige aus dem Mürztal. Der 43-Jährige wurde auf dem Weg ins Krankenhaus bereits im Rettungswagen getestet und aufgrund der Verdachtslage gleich wieder nach Hause gebracht. „Da auch in seinem Fall die Erkrankung einen milden Verlauf aufweist, wurde er nach Vorliegen des positiven Testergebnisses zu Hause unter Quarantäne gestellt“, sagte Landessanitätsdirektorin Ilse Groß. Der Grazer dürfte Kontakt zur ersten steirischen Corona-Patientin gehabt haben. Nähere Details werde die Landessanitätsdirektion am Dienstag bekanntgeben.

Die Mürztalerin wurde bei sich zuhause unter Quarantäne gestellt. Die Frau hatte sich zuvor in Oberitalien auf einer Urlaubsreise befunden, wie der APA mitgeteilt wurde.

Die zwei gemeldeten Infektionen zuvor betreffen eine Frau in Wien, die sich an den Ärztefunkdienst gewandt hatte, sowie einen Mann in Salzburg, dessen Lebensgefährtin schon zuvor positiv getestet worden war.

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Damit gab es bisher neun bestätigte Fälle in Wien, drei in der Steiermark und je zwei in Tirol, Niederösterreich und Salzburg. Rund 350 Personen befinden sich in behördlicher Absonderung, sagte Lang bei einem Pressegespräch des Einsatzstabes im Innenministerium. „Das heißt nicht, dass sie erkrankt sind“, betonte der stellvertretende Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Franz Lang. Die Betroffenen sind in engerem Kontakt mit Patienten gewesen, in den allermeisten Fällen befinden sie sich in Heimquarantäne, die in auch polizeilich überwacht wird. Alle seien aber „sehr, sehr kooperativ“, sagte Lang. Auch die „Selbstversorgung“ mit Hilfe des Umfelds laufe sehr gut, es habe noch keiner behördlichen Unterstützung bedurft, wiewohl diese vorbereitet gewesen wäre.

Insgesamt wurden bisher über 2.100 Tests durchgeführt. Der überwiegende Teil der Infektionen nehme einen leichten Verlauf, als schwer gelte hingegen die Erkrankung eines 72-Jährigen, der seit geraumer Zeit im Wiener Kaiser-Franz-Josef-Spital auf der Intensivstation behandelt wird. Wo sich der Anwalt angesteckt hat, war weiter unklar, er ist nicht ansprechbar.

Die Stadt Wien richtete ein Betreuungszentrum für Touristen ein, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Im ehemaligen Geriatriezentrum „Am Wienerwald“ in Hietzing stehen 58 Betreuungsplätze zur Verfügung. Dort können infizierte Patienten betreut werden, die zu wenig Symptome zeigen, um in einem Spital behandelt werden zu müssen. Vorerst befindet sich aber noch niemand in der Unterkunft.

Mehrere Mädchen einer Volksschule in Wien-Leopoldstadt befanden sich in häuslicher Quarantäne und dürfen vorerst nicht am Unterricht teilnehmen. Sie hatten Kontakt zu einem Robotik-Trainer, der sich mit dem Corona-Virus infiziert hat und in der vergangenen Woche in der Schule einen Workshop veranstaltet hat. Bei der häuslichen Absonderung handle es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, hieß es seitens des Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV).

In Salzburg wurden 18 Mitarbeiter zweier Hotels in häusliche Quarantäne geschickt. Zuvor war bekannt geworden, dass sich ein mittlerweile erkrankter Mann aus Deutschland von 26. bis 28. Februar in den beiden Häusern aufgehalten hatte. In Graz wurde die Polizeiinspektion Jakomini in der Conrad-von-Hötzendorfstraße vorübergehend teilweise gesperrt, nachdem ein Mann mit Verdacht auf Coronavirus dort vorstellig geworden war.

In Kärnten sorgte die Lagerung von Coronavirus-Proben für Aufregung. Diese waren in der in der Lebensmittel-Untersuchungsanstalt direkt neben einem toten Kalb in einem Kühlschrank deponiert worden. Seitens des Landes wurde der Vorfall bestätigt, es habe einen „kurzfristigen Engpass“ bei der Kühlung der Proben gegeben, hieß es.

Einige heimische Universitäten forderten Mitarbeiter und Studenten, die eine vom Coronavirus besonders betroffene Region bereist haben, dazu auf, nach der Rückkehr aus einem Risikogebiet nicht an Lehrveranstaltungen teilzunehmen.

Wer sich in ein vom Coronavirus besonders stark betroffenes Gebiet begibt, geht womöglich nicht nur ein Gesundheits-, sondern auch ein finanzielles Risiko ein, warnte das Außenministerium, das die bestehenden Reisewarnungen (Sicherheitsstufe 5) für die Lombardei, Teile Venetiens und die chinesische Provinz Hubei auf mehrere Provinzen im Iran - betroffen sind unter anderem die Städte Teheran und Ghom - und Teile Südkoreas - darunter die Millionen-Städte Daegu in der Provinz Gyeongsangbuk-do und Incheon mit dem internationalen Flughafen Incheon International Airport - ausgedehnt hat. Sollte für jemanden eine Rückholaktion erforderlich werden, der sich ohne Notwendigkeit über eine partielle Reisewarnung hinweggesetzt hat, kann eine Kostenbeteiligung von bis zu 25.000 Euro auferlegt werden.

Weltweit stieg die Zahl der Todesopfer durch das Coronavirus auf mehr als 3.000 gestiegen. In 68 Ländern wurden am Montag fast 90.000 Infektionen verzeichnet.

Die EU-Gesundheitsagentur ECDC habe das Risiko heraufgestuft, sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Montag in Brüssel. Das bedeute, dass das Virus sich weiter ausbreite. Insgesamt wurden offiziell bisher rund 2.100 Infektionen und 38 Todesfälle in 18 EU-Staaten nachgewiesen. Nach Kritik an der Vielfalt von Gegenmaßnahmen in der EU präsentierte von der Leyen ein Team von fünf Kommissaren zur Koordination von Krisenmanagement, Gesundheitsvorsorge, Grenzkontrollen, Verkehr und zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Epidemie. Schon bisher habe man sich aber sehr eng abgestimmt, betonte von der Leyen.


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