US-Präsidentschaftsbewerber Biden im Aufwind

Der US-Präsidentschaftsbewerber Joe Biden geht gestärkt in den Superwahltag „Super Tuesday“. Der frühere Vizepräsident erhielt nach seinem Vorwahlerfolg in South Carolina am Montag die Unterstützung der Senatorin Amy Klobuchar, die aus dem Präsidentschaftsrennen der Demokraten ausstieg. Medienberichten zufolge könnte sich auch Ex-Bewerber Pete Buttigieg hinter Biden stellen.

Favorit am Super-Dienstag ist aber der linksgerichtete Senator Bernie Sanders. Der sogenannte Super-Dienstag ist im Präsidentschaftsrennen der Demokraten von zentraler Bedeutung: In 14 Bundesstaaten werden Vorwahlen abgehalten, vergeben werden rund ein Drittel aller 3.979 Delegiertenstimmen zur Wahl des Präsidentschaftskandidaten.

Biden erhielt vor dem wichtigen Wahltermin viel Rückenwind. Nachdem der Mitte-Politiker bei den ersten Vorwahlen miserabel abgeschnitten hatte, fuhr er am Samstag im Bundesstaat South Carolina einen triumphalen Erfolg ein. Am Montag dann stieg die Mitte-Politikerin Klobuchar aus dem Präsidentschaftsrennen aus, um fortan den Ex-Vizepräsidenten zu unterstützen.

Medienberichten zufolge könnte sich auch der am Sonntag aus dem Rennen ausgestiegene Ex-Bürgermeister Buttigieg hinter Biden stellen. Auch der 38-Jährige ist ein Vertreter der politischen Mitte. Damit würde Bidens Position als wichtigster Vorwahl-Rivale des linken Senators Sanders gestärkt. Allerdings müssen sich die jüngsten Entwicklungen jetzt noch an den Wahlurnen niederschlagen.

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Umfragen zum Super-Dienstag wie auch die landesweiten Befragungen sahen zuletzt Sanders klar vorne. Der 78-Jährige dürfte unter anderem den bevölkerungsreichen Bundesstaat Kalifornien für sich entscheiden.

Der Erfolg des selbsternannten „demokratischen Sozialisten“, der seinen Anhängern eine „politische Revolution“ verspricht, weckt bei vielen Demokraten aber große Sorgen: Sie fürchten, dass der Senator wegen seiner linken Positionen Wähler der politischen Mitte verschrecken und deswegen letztlich gegen Amtsinhaber Donald Trump verlieren könnte.

Das interne Präsidentschaftsrennen der Demokraten hat sich deswegen inzwischen zu einem Wettbewerb zwischen dem moderaten und dem linken Parteiflügel zugespitzt. Biden griff Sanders am Montag bei einem Wahlkampfauftritt im texanischen Houston scharf an: „Die meisten Amerikaner wollen nicht das Versprechen einer Revolution, sie wollen eine Garantie für Ergebnisse bei Dingen, die ihnen wichtig sind.“ Nötig seien „wirkliche Ergebnisse“ - und dafür werde er als Präsident sorgen.

Biden, der sich im Wahlkampf immer wieder Versprecher und Aussetzer leistet, ist als Vertreter des moderaten Flügels keineswegs unangefochten: Am Super-Dienstag steigt mit dem früheren New Yorker Bürgermeister und Medienmilliardär Michael Bloomberg ein weiterer Vertreter der politischen Mitte in das Vorwahlrennen ein.

Der 78-Jährige, der die ersten vier Vorwahlen ausließ, hat Hunderte Millionen Dollar in den Wahlkampf gesteckt und ist damit in landesweiten Umfragen auf den dritten Platz vorgerückt. Mit großer Spannung wird auch das Abschneiden der linken Senatorin Elizabeth Warren erwartet, die in landesweiten Umfragen auf dem vierten Platz liegt.


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